Wie wir mit uns selbst umgehen, prägt viele Bereiche des Lebens. Es beeinflusst, ob wir eigene Gefühle ernst nehmen, Grenzen rechtzeitig bemerken, Entscheidungen vertrauen und auch in schwierigen Momenten innerlich ansprechbar für uns bleiben.
Auf dieser Seite geht es darum, wie die Beziehung zu sich selbst entsteht, warum der eigene innere Kontakt zeitweise verloren gehen kann und wie ein weniger abwertender, verlässlicherer Umgang mit sich selbst wachsen kann.
Moin, ich bin der Björn.
Bevor du weiterliest, möchte ich dir kurz etwas darüber erzählen, was ich mache und warum es diesen und weitere Texte gibt.
Die Texte sind Teil meiner freiberuflichen Arbeit. Ich veröffentliche sie, weil mich die Themen beschäftigen und weil ich gerne Wissen teile. Genauso wichtig ist mir der Kontakt zu den Menschen, die hier lesen. Deshalb verstehe ich diese Seite als ein Beziehungsangebot. Wenn dich etwas berührt, interessiert oder beschäftigt, freue ich mich über eine Nachricht von dir.
Die Beziehung zu sich selbst zeigt sich darin, wie du deine Gefühle, Bedürfnisse, Grenzen und inneren Reaktionen wahrnimmst. Sie beeinflusst, ob du dir selbst vertraust, wie du mit Fehlern umgehst und ob du deine eigenen Erfahrungen ernst nehmen kannst.
Diese Beziehung entsteht über viele Jahre. Erfahrungen mit Nähe, Anerkennung, Kritik, Anpassung und Verantwortung prägen, wie selbstverständlich es sich anfühlt, mit sich selbst in Kontakt zu bleiben. Manche Menschen begegnen sich innerlich unterstützend, andere vor allem mit Druck, Misstrauen oder Abwertung.
Therapeutische Begleitung
In einer Therapie kann verständlicher werden, wie die eigene innere Haltung entstanden ist. Ziel ist nicht, sich ständig gut zu fühlen, sondern auch bei Unsicherheit, Konflikten oder Belastung den Kontakt zu sich selbst weniger schnell zu verlieren.
Wie die Beziehung zu sich selbst entsteht
Menschen lernen nicht nur, wie Beziehungen zu anderen funktionieren. Sie entwickeln zugleich eine innere Art, mit sich selbst umzugehen. Wer häufig erlebt hat, dass Gefühle willkommen sind, Grenzen respektiert werden und Fehler zur Entwicklung gehören, kann die eigene Wahrnehmung meist leichter ernst nehmen.
Andere Erfahrungen können dazu führen, dass der Blick nach außen wichtiger wird als das eigene Empfinden. Dann richtet sich die Aufmerksamkeit früh darauf, was erwartet wird, wie andere reagieren könnten oder was getan werden muss, um Anerkennung, Sicherheit oder Zugehörigkeit nicht zu gefährden.
Daraus können innere Regeln entstehen: stark bleiben, niemanden belasten, keine Fehler machen, vernünftig sein oder sich erst um andere kümmern. Solche Regeln sind häufig nachvollziehbare Anpassungen an frühere Situationen. Schwierig werden sie, wenn sie später kaum noch Spielraum lassen und die eigenen Bedürfnisse nur noch als Störung erscheinen.
Wenn der Kontakt zu sich selbst verloren geht
Der Kontakt zu sich selbst geht meist nicht vollständig verloren. Häufig wird er nur leiser als die Anforderungen des Alltags. Termine, Verantwortung, Konflikte und Erwartungen können so viel Aufmerksamkeit binden, dass körperliche Signale und eigene Bedürfnisse erst spät bemerkt werden.
Manche Menschen wissen sehr genau, was andere brauchen, können aber kaum sagen, wie es ihnen selbst geht. Andere bemerken ihre Überlastung erst, wenn Schlaf, Konzentration oder körperliche Anspannung deutlich verändert sind. Auch Entscheidungen können schwerer werden, wenn der innere Bezugspunkt fehlt.
Mögliche Anzeichen
Du funktionierst lange über deine Grenzen hinaus, richtest Entscheidungen stark nach anderen aus, zweifelst häufig an deiner Wahrnehmung oder bemerkst Gefühle erst dann, wenn sie sehr intensiv geworden sind.
Wenig Selbstkontakt ist kein persönliches Versagen. Häufig war die Orientierung an anderen einmal sinnvoll oder notwendig. Veränderung beginnt deshalb nicht mit Selbstkritik, sondern mit einem verständlicheren Blick auf die eigene Geschichte und die heutigen Reaktionen.
Innere Stimmen und widersprüchliche Bedürfnisse
Die Beziehung zu sich selbst ist nicht immer eindeutig. Unterschiedliche innere Seiten können gleichzeitig etwas anderes wollen: Nähe und Abstand, Sicherheit und Veränderung, Ruhe und Leistung, Zustimmung und Abgrenzung.
Solche Widersprüche bedeuten nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt. Sie zeigen, dass verschiedene Erfahrungen, Bedürfnisse und Schutzbewegungen zusammenkommen. Schwierigkeiten entstehen eher dann, wenn nur eine dieser Seiten bestimmen darf und andere Bedürfnisse dauerhaft verdrängt werden.
Ein freundlicherer innerer Kontakt bedeutet nicht, jeden Impuls sofort umzusetzen. Es geht zunächst darum, wahrzunehmen, was vorhanden ist. Erst wenn unterschiedliche Bedürfnisse erkennbar werden, kann eine Entscheidung entstehen, die mehr berücksichtigt als den stärksten Druck des Augenblicks.
Vertikale Praxis - Körperpsychotherapie
Im Kopf dieser Seite habe ich mich bereits als „Entwickler der Vertikalen Praxis“ vorgestellt. Vielleicht fragst du dich, was damit gemeint ist.
Der Begriff Vertikale Praxis beschreibt meinen Ansatz der körperpsychotherapeutischen Arbeit mit meinen Klientinnen und Klienten. Er hat sich über etwa zwei Jahrzehnte aus meiner intensiven Auseinandersetzung mit Kampfkünsten, der Transaktionsanalyse nach Eric Berne und der konkreten Arbeit mit Menschen entwickelt. Es berührt mich, wenn Menschen mir ihr Vertrauen schenken und in der direkten körperlichen Begegnung nach und nach durchlässiger werden. Wenn dich interessiert, was da genau passiert, lade ich dich herzlich ein, auf der Seite zur Vertikalen Praxis weiterzulesen.
Selbstkritik kann zunächst wie eine Form der Kontrolle wirken. Wer sich selbst früh genug korrigiert, hofft vielleicht, Fehler, Ablehnung oder Enttäuschung verhindern zu können. Dadurch kann eine innere Stimme entstehen, die ständig bewertet, vergleicht und auf mögliche Schwächen hinweist.
Diese Stimme verfolgt häufig eine nachvollziehbare Absicht: Sie möchte schützen, Leistung sichern oder Zugehörigkeit erhalten. Ihre Wirkung kann dennoch belastend sein. Wenn jede Unsicherheit sofort als persönlicher Mangel bewertet wird, bleibt wenig Raum für Lernen, Erholung oder eine realistische Einschätzung der eigenen Möglichkeiten.
Eine veränderte Beziehung zu sich selbst entsteht nicht dadurch, Selbstkritik einfach zu verbieten. Hilfreicher ist es, ihre Funktion zu verstehen und zugleich andere innere Haltungen zu entwickeln: neugieriges Wahrnehmen, angemessene Verantwortung und die Fähigkeit, Fehler einzuordnen, ohne die eigene Person abzuwerten.
Selbstfürsorge ohne Rückzug von anderen
Selbstfürsorge wird manchmal so verstanden, als müsse man sich vor allem zurückziehen, Grenzen ziehen und die eigenen Bedürfnisse an erste Stelle setzen. Das kann in manchen Situationen wichtig sein. Eine tragfähige Beziehung zu sich selbst zeigt sich jedoch nicht nur in Abgrenzung.
Sie hilft auch dabei, mit anderen verbunden zu bleiben, ohne sich dabei vollständig zu verlieren. Eigene Bedürfnisse und die Anliegen anderer müssen nicht automatisch Gegensätze sein. Oft geht es darum, Verantwortung genauer zu unterscheiden: Was gehört tatsächlich zu mir, was kann ich beitragen und was liegt außerhalb meines Einflusses?
Selbstfürsorge kann deshalb sehr alltäglich sein. Eine Pause wahrnehmen, bevor Erschöpfung übermächtig wird. Eine Unsicherheit aussprechen. Eine Zusage noch einmal prüfen. Hilfe annehmen oder eine Grenze erklären, ohne den Kontakt abzubrechen.
Wie therapeutische Begleitung helfen kann
In einer Therapie kann die eigene innere Beziehung unmittelbar erfahrbar werden. Es zeigt sich beispielsweise, wie schnell du dich erklärst, eigene Gefühle infrage stellst, Verantwortung übernimmst oder dich an vermutete Erwartungen anpasst.
Diese Reaktionen werden nicht als Fehler betrachtet. Gemeinsam lässt sich erkunden, wie sie entstanden sind, wovor sie schützen und welche Folgen sie heute haben. Dadurch können automatische Muster verständlicher und neue Reaktionen überhaupt erst vorstellbar werden.
Worum es gehen kann
Eigene Gefühle und Bedürfnisse differenzierter wahrnehmen, innere Abwertung erkennen, widersprüchliche Seiten miteinander in Kontakt bringen, Grenzen früher bemerken und Entscheidungen stärker an der eigenen Wahrnehmung ausrichten.
Die therapeutische Beziehung kann dabei selbst zu einer neuen Erfahrung werden: Du musst nicht bereits genau wissen, was du fühlst oder brauchst. Auch Unsicherheit, Zögern und widersprüchliche Reaktionen dürfen gemeinsam betrachtet werden.
Die Beziehung zu sich selbst im Alltag stärken
Eine verlässlichere innere Beziehung entwickelt sich meist nicht durch einen einzelnen Entschluss. Sie wächst durch wiederholte kleine Momente, in denen die eigene Wahrnehmung nicht sofort übergangen wird.
Hilfreich kann sein, im Alltag kurz innezuhalten und nicht nur nach der nächsten Aufgabe zu fragen. Was nehme ich gerade körperlich wahr? Welche Gefühle sind vorhanden? Was brauche ich, und was davon ist in dieser Situation tatsächlich möglich?
Es geht dabei nicht darum, jederzeit eine eindeutige Antwort zu finden. Schon die Bereitschaft, die eigene Erfahrung wahrzunehmen und neben äußeren Anforderungen gelten zu lassen, kann den inneren Handlungsspielraum vergrößern.
Eine gute Beziehung zu sich selbst bedeutet nicht, immer mit sich zufrieden zu sein. Sie zeigt sich eher darin, dass du auch in schwierigen Momenten ansprechbar für dich bleibst.
Hinweis zur Entstehung: Dieser Fachtext wurde mit Unterstützung generativer KI redaktionell ausgearbeitet. Inhaltliche Konzeption und fachliche Verantwortung liegen bei den Betreibern dieser Website. Texte, die auf besonderes Interesse stoßen, werden redaktionell weiterentwickelt.
Wichtige Internetseiten
Wenn du dich weiter mit psychischer Gesundheit, Selbstfürsorge und psychotherapeutischer Begleitung beschäftigen möchtest, bieten diese Internetseiten verlässliche Orientierung.
Diese Seiten bieten allgemeine Informationen. Sie können helfen, das eigene Erleben einzuordnen und Möglichkeiten psychotherapeutischer Unterstützung kennenzulernen, ersetzen jedoch keine persönliche Beratung oder Diagnostik.
Fragen & Antworten
Was bedeutet eine gute Beziehung zu sich selbst?
Eine gute Beziehung zu sich selbst bedeutet nicht, immer zufrieden, sicher oder ausgeglichen zu sein. Sie zeigt sich eher darin, dass du deine Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen wahrnehmen kannst, ohne dich dafür sofort abzuwerten. Auch Unsicherheit und innere Widersprüche dürfen vorhanden sein.
Warum fällt es mir leichter, auf andere als auf mich selbst zu achten?
Die Orientierung an anderen kann früh zu einer wichtigen Form von Sicherheit geworden sein. Vielleicht war es hilfreich, Erwartungen schnell zu erkennen, Konflikte zu vermeiden oder Verantwortung zu übernehmen. Solche Fähigkeiten können wertvoll sein, zugleich aber dazu führen, dass die eigene Wahrnehmung weniger Beachtung findet.
Ist Selbstfürsorge egoistisch?
Selbstfürsorge bedeutet nicht, die Bedürfnisse anderer grundsätzlich zurückzustellen. Sie hilft vielmehr dabei, die eigenen Kräfte, Grenzen und Verantwortlichkeiten realistisch wahrzunehmen. Dadurch kann Fürsorge für andere bewusster geschehen, statt dauerhaft auf Kosten der eigenen Stabilität.
Wie kann ich lernen, freundlicher mit mir umzugehen?
Meist hilft es wenig, sich zu einem freundlicheren Umgang zu zwingen. Ein erster Schritt kann darin bestehen, Selbstkritik wahrzunehmen und ihre Funktion zu verstehen. Anschließend lässt sich prüfen, ob dieselbe Situation auch genauer, gerechter und weniger abwertend betrachtet werden kann.
Warum weiß ich oft nicht, was ich brauche?
Bedürfnisse sind nicht immer unmittelbar zugänglich. Unter Stress, bei starker Anpassung oder nach langer Überforderung können äußere Anforderungen deutlicher erscheinen als innere Signale. Körperliche Empfindungen, Gefühle und spontane Reaktionen können erste Hinweise geben, ohne sofort eine eindeutige Antwort liefern zu müssen.
Wann kann therapeutische Begleitung sinnvoll sein?
Therapeutische Begleitung kann hilfreich sein, wenn Selbstabwertung, Unsicherheit oder die starke Orientierung an anderen deinen Alltag und deine Beziehungen zunehmend bestimmen. Auch wiederkehrende Schwierigkeiten mit Grenzen, Entscheidungen oder eigenen Bedürfnissen können gemeinsam genauer betrachtet werden.
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Systemisches Coaching mit Britta Germek
Britta und ich sind verheiratet und Eltern eines tollen Jungen. Seit unserer Rückkehr ins Münsterland entwickeln wir systheco als gemeinsames, nebenberufliches Projekt. Während ich in meinem Büro sitze und neue Texte schreibe, höre ich sie nebenan telefonieren. Nicht laut, aber ausreichend, um die Direktheit ihrer Stimme wahrzunehmen.
Als wir noch in Köln lebten, arbeitete Britta bei den Ford-Werken. Dort begleitete sie Führungskräfte unterschiedlicher Bereiche in Veränderungsprozessen. Britta mag die Zusammenarbeit mit hemdsärmeligen Leuten. Sie bleibt beharrlich, bis die Dinge auf den Punkt kommen. Gleichzeitig hat sie Geduld, wenn Menschen Zeit brauchen, Beobachtungen anzunehmen.
Wie Menschen mit sich selbst umgehen, zeigt sich häufig auch im beruflichen Alltag. Britta beschreibt aus Coaching-Perspektive, wie Kompetenz, Zugehörigkeit und Selbstzweifel beim Imposter-Syndrom miteinander verbunden sein können.