Der wilde Mann

Björn Germek

Emsdetten · Entwickler der Vertikalen Praxis

Das Bild des wilden Mannes begleitet mich seit vielen Jahren. Es beschreibt für mich keinen bestimmten Männertyp, sondern einen inneren Bezugsraum. Einen Ort, an dem Kraft, Verletzlichkeit und Verantwortung gleichzeitig Platz haben dürfen.

Auf dieser Seite teile ich einige Gedanken dazu, warum mich dieses Bild bis heute beschäftigt. Es geht nicht um Rollenbilder oder Ideale, sondern um Selbstkontakt, Spannung und die Fähigkeit, mit sich selbst in Beziehung zu bleiben.

Viele dieser Gedanken fließen auch in meine psychotherapeutische Arbeit und in die Vertikale Praxis ein. Vielleicht findest du darin etwas, das auch deine eigene Erfahrung berührt.


Moin, ich bin der Björn.

Bevor du weiterliest, möchte ich dir kurz etwas darüber erzählen, was ich mache und warum es diesen Text gibt.

Ich lebe in Emsdetten und habe Hunderte von Stunden investiert, um die Inhalte dieser Website zu erstellen. Mir ist wichtig, dass du weißt, bei wem du gelandet bist. Die Texte sind Teil meiner freiberuflichen Arbeit. Ich veröffentliche sie, weil mich die Themen beschäftigen und weil ich gerne Wissen teile. Genauso wichtig ist mir der Kontakt zu den Menschen, die hier lesen. Deshalb verstehe ich diese Seite als ein Beziehungsangebot. Wenn dich etwas berührt, interessiert oder beschäftigt, freue ich mich über eine Nachricht von dir.


Inhaltsverzeichnis


Kurz erklärt

Diese Seite beschreibt den wilden Mann als einen inneren Bezugsraum. Gemeint ist die Fähigkeit, mit innerer Spannung in Kontakt zu bleiben und ihr Raum zu geben.

Für mich steht der wilde Mann für eine Form von Selbstkontakt, die jenseits von Leistungsanforderung, Anpassung und Selbstoptimierung liegt. Sie ermöglicht innere Orientierung, Verantwortung und eine Freiheit, die Beziehung nicht ausschließt.


Viele Männer funktionieren

Viele Männer übernehmen Verantwortung, halten durch, passen sich an und bleiben verlässlich. Dabei verschiebt sich der Kontakt zu sich selbst oft schrittweise. Diese Entwicklung verläuft meist leise. Lebendigkeit, innere Klarheit und die Fähigkeit, Spannung auszuhalten, gehen nach und nach verloren.

Selbstkontakt entsteht dort, wo Spannung wahrgenommen wird und innerlich gehalten werden kann. Daraus wachsen Klarheit, Beweglichkeit und eine innere Orientierung.


Der Archetyp des wilden Mannes

In der initiatischen Männerarbeit dient der wilde Mann als Bild für einen inneren Pol menschlicher Entwicklung. Gemeint ist eine Qualität, die Zugang zu Kraft, Impulsivität und Lebendigkeit eröffnet und zugleich innere Führung ermöglicht.


Wildheit als Grundlage von Beziehung

Der wilde Mann steht für Selbstkontakt. Für die Fähigkeit, eigene Impulse wahrzunehmen und innerlich zu führen. Für die Fähigkeit, Grenzen zu spüren, zu setzen und zu halten. Für die Fähigkeit, in Konflikten präsent zu bleiben.

Innere Freiheit ermöglicht Bindung. Zugang zur eigenen Kraft schafft Verantwortungsfähigkeit. Wildheit zeigt sich hier als die Fähigkeit, Spannung auszuhalten, ohne den Kontakt zu verlieren.

Wird dieser Raum eng, verlagert sich Spannung in Anpassung, Zynismus, Erschöpfung oder ungerichtete Entladungen.


Wenn Wildheit wenig Raum hat

Viele Männer erleben früh, dass bestimmte innere Regungen wenig Platz bekommen: Wut, Eigenwilligkeit, Trotz, Lust und Verletzlichkeit. Daraus entstehen Strategien wie Funktionieren, Leisten, Kontrollieren und Aushalten.

Nach außen wirkt dieses Muster stabil. Nach innen sammelt sich Spannung. Sie zeigt sich häufig körperlich als dauerhafte Anspannung, innere Unruhe, Schlafveränderungen, Reizbarkeit oder Erschöpfung.

Der wilde Mann beschreibt eine Qualität, die wieder zugänglich wird, wenn Spannung innerlich gehalten und integriert werden kann.


Wildheit als Fähigkeit zur Selbstregulation

In dieser Arbeit geht es darum, innere Spannung wahrzunehmen und halten zu können. Impulse dürfen auftauchen, ohne den Kontakt zu sich selbst oder zu anderen zu verlieren. Grenzen entstehen aus dieser Präsenz.

Der Körper liefert dabei oft die ersten Hinweise auf innere Stimmigkeit. Der wilde Mann beschreibt für mich den inneren Raum, der diese Signale aufnimmt und ihnen Bedeutung gibt.


Björn Germek in der Vertikalen Praxis

Vertikale Praxis - Körperpsychotherapie

Im Kopf dieser Seite habe ich mich bereits als „Entwickler der Vertikalen Praxis“ vorgestellt. Vielleicht fragst du dich, was damit gemeint ist.

Der Begriff Vertikale Praxis beschreibt meinen Ansatz der körperpsychotherapeutischen Arbeit mit meinen Klientinnen und Klienten. Er hat sich über etwa zwei Jahrzehnte aus meiner intensiven Auseinandersetzung mit Kampfkünsten, der Transaktionsanalyse nach Eric Berne und der konkreten Arbeit mit Menschen entwickelt. Es berührt mich, wenn Menschen mir ihr Vertrauen schenken und in der direkten körperlichen Begegnung nach und nach durchlässiger werden. Wenn dich interessiert, was da genau passiert, lade ich dich herzlich ein, auf der Seite zur Vertikalen Praxis weiterzulesen.


Männlichkeit neu verorten

Diese Arbeit bewegt sich jenseits von Rollenbildern. Männlichkeit zeigt sich für mich in der Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, Klarheit zu entwickeln und Verbundenheit zu halten.

Der wilde Mann steht dabei für eine Form von Männlichkeit, die Spannung nicht vermeiden muss, sondern in ihr beweglich bleibt.


Ein stiller Ort für einen ernsthaften Prozess

Diese Seite richtet sich an Menschen, die sich in diesen Gedanken wiederfinden. Vielleicht kennst du das Gefühl, vor allem zu funktionieren oder den Kontakt zu dir selbst nach und nach verloren zu haben.

Für mich beginnt Veränderung dort, wo innere Spannung nicht mehr bekämpft werden muss, sondern wahrgenommen und gehalten werden kann.

Kontakt

Wenn dich diese Gedanken ansprechen und du dir vorstellen kannst, mit mir psychotherapeutisch zu arbeiten, freue ich mich über deine E-Mail. Der erste Kontakt dient dazu, gemeinsam zu prüfen, ob dein Anliegen und meine Arbeitsweise zueinander passen.

In akuten Krisen gilt: 112. Für medizinische Einschätzung außerhalb der Sprechzeiten: 116117. Orientierung bietet die Seite Erste Hilfe bei psychischer Krise.


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Porträt von Britta Germek

Systemisches Coaching mit Britta Germek

Britta und ich sind verheiratet und Eltern eines tollen Jungen. Seit unserer Rückkehr ins Münsterland entwickeln wir systheco als gemeinsames, nebenberufliches Projekt. Während ich in meinem Büro sitze und neue Texte schreibe, höre ich sie nebenan telefonieren. Nicht laut, aber ausreichend, um die Direktheit ihrer Stimme wahrzunehmen.

Als wir noch in Köln lebten, arbeitete Britta bei den Ford-Werken. Dort begleitete sie Führungskräfte unterschiedlicher Bereiche in Veränderungsprozessen. Britta mag die Zusammenarbeit mit hemdsärmeligen Leuten. Sie bleibt beharrlich, bis die Dinge auf den Punkt kommen. Gleichzeitig hat sie Geduld, wenn Menschen Zeit brauchen, Beobachtungen anzunehmen.



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