Die Wunde gehört für mich zu den inneren Funktionsbereichen, die uns besonders in Zeiten persönlicher Verletzlichkeit begegnen. Sie erinnert daran, dass Schmerz Teil unseres Lebens ist und unsere Entwicklung prägen kann.
Mich interessiert dabei weniger die Verletzung selbst als die Frage, was aus ihr entstehen kann. Aus meiner Erfahrung wachsen Mitgefühl, Verantwortung und ein tieferes Verständnis für sich selbst häufig genau an diesen Stellen.
Moin, ich bin der Björn.
Bevor du weiterliest, möchte ich dir kurz etwas darüber erzählen, was ich mache und warum es diesen Text gibt.
Ich lebe in Emsdetten und habe Hunderte von Stunden investiert, um die Inhalte dieser Website zu erstellen. Mir ist wichtig, dass du weißt, bei wem du gelandet bist. Die Texte sind Teil meiner freiberuflichen Arbeit. Ich veröffentliche sie, weil mich die Themen beschäftigen und weil ich gerne Wissen teile. Genauso wichtig ist mir der Kontakt zu den Menschen, die hier lesen. Deshalb verstehe ich diese Seite als ein Beziehungsangebot. Wenn dich etwas berührt, interessiert oder beschäftigt, freue ich mich über eine Nachricht von dir.
Wenn ich von der Wunde spreche, meine ich einen
inneren Funktionsbereich, der in Zeiten persönlicher Verletzlichkeit besonders spürbar werden kann. Er zeigt sich oft nach Erfahrungen, die uns tief berühren und unser Bild von uns selbst verändern.
Für mich geht es dabei vor allem um die Frage, wie wir mit dieser Verletzlichkeit in Kontakt bleiben können. Aus meiner Erfahrung entstehen gerade dort Mitgefühl, Verantwortung und eine tiefere Verbindung zu uns selbst und anderen Menschen.
Einordnung
In manchen psychologischen Modellen findet sich an dieser Stelle der Begriff „Heiler“. Für meine Arbeit passt der Begriff Wunde besser. Er beschreibt einen inneren Funktionsbereich, der Verletzlichkeit ernst nimmt und ihr einen Platz gibt.
Mich interessiert dabei weniger die Verletzung selbst als die Frage, was aus ihr entstehen kann. Aus meiner Erfahrung wachsen Reife und Verantwortung dort, wo Menschen ihrer eigenen Wunde mit Aufmerksamkeit begegnen.
Die Wunde als psychologischer Erfahrungsraum
Jeder Mensch kennt Erfahrungen, die nachwirken. Manchmal sind sie gut erinnerbar. Manchmal zeigen sie sich erst im Alltag oder in Beziehungen. Die Wunde beschreibt für mich diesen inneren Ort, an dem solche Erfahrungen lebendig bleiben.
Viele Menschen entwickeln Wege, mit diesen Erfahrungen umzugehen. Manche ziehen sich zurück. Andere übernehmen viel Verantwortung oder halten ständig Spannung aufrecht. Solche Muster können lange hilfreich sein und zugleich Kraft kosten.
Wenn ein tragfähiger Kontakt zur eigenen Wunde entsteht, verändert sich häufig auch der Kontakt zu anderen Menschen. Mitgefühl wächst. Grenzen werden klarer. Verantwortung fühlt sich leichter an.
Vertikale Praxis - Körperpsychotherapie
Im Kopf dieser Seite habe ich mich bereits als „Entwickler der Vertikalen Praxis“ vorgestellt. Vielleicht fragst du dich, was damit gemeint ist.
Der Begriff Vertikale Praxis beschreibt meinen Ansatz der körperpsychotherapeutischen Arbeit mit meinen Klientinnen und Klienten. Er hat sich über etwa zwei Jahrzehnte aus meiner intensiven Auseinandersetzung mit Kampfkünsten, der Transaktionsanalyse nach Eric Berne und der konkreten Arbeit mit Menschen entwickelt. Es berührt mich, wenn Menschen mir ihr Vertrauen schenken und in der direkten körperlichen Begegnung nach und nach durchlässiger werden. Wenn dich interessiert, was da genau passiert, lade ich dich herzlich ein, auf der Seite zur Vertikalen Praxis weiterzulesen.
Mit der Wunde im Kontakt zu bleiben bedeutet für mich, der eigenen Verletzlichkeit einen Platz zu geben. Daraus können Mitgefühl, Klarheit und Verantwortung wachsen.
Dieser innere Funktionsbereich zeigt sich oft ganz unspektakulär. Wir spüren deutlicher, was uns guttut. Grenzen werden klarer. Beziehungen gewinnen an Tiefe, weil wir uns selbst ehrlicher begegnen.
Aus meiner Erfahrung beginnt Mitgefühl immer bei uns selbst. Wer die eigene Wunde anerkennt, entwickelt häufig auch einen achtsameren Blick auf andere Menschen.
Bedeutung für meine Arbeit
Die Wunde begleitet meine Arbeit seit vielen Jahren. Immer wieder erlebe ich, wie sich alte Erfahrungen im heutigen Leben zeigen und Beziehungen beeinflussen können.
Mich interessiert dabei vor allem, wie Menschen einen neuen Kontakt zu sich selbst entwickeln. Daraus entstehen häufig mehr innere Freiheit, tragfähige Beziehungen und ein anderer Umgang mit den eigenen Erfahrungen.
Auch die Vertikale Praxis greift diesen Gedanken auf. Sie lädt dazu ein, dem eigenen Erleben aufmerksam zu begegnen und daraus neue Möglichkeiten entstehen zu lassen.
Abgrenzung
Die Wunde beschreibt einen inneren Funktionsbereich. Sie ist weder Diagnose noch Persönlichkeitstyp.
Jeder Mensch kennt Zeiten, in denen andere innere Qualitäten gefragt sind. Die Wunde ist eine davon und ergänzt die weiteren Funktionsbereiche der Vertikalen Praxis.
Zusammenfassung
Die Wunde steht für einen inneren Funktionsbereich, in dem Verletzlichkeit, Mitgefühl und Verantwortung zusammenfinden. Sie erinnert daran, dass persönliche Entwicklung oft dort beginnt, wo wir uns selbst aufmerksam begegnen.
Vertiefung
Die Gedanken auf dieser Seite sind aus verschiedenen fachlichen Einflüssen entstanden, die mich seit vielen Jahren begleiten. Wenn du tiefer einsteigen möchtest, können folgende Themen interessante Anknüpfungspunkte sein:
• Scham, Schuld und Selbstwert
• Bindung und Beziehungsmuster
• Mitgefühl und Selbstmitgefühl
• Analytische Psychologie nach C. G. Jung
• Vertikale Praxis
Diese Themen bilden den fachlichen Hintergrund meiner Arbeit und laden zur eigenen Auseinandersetzung ein.
Fragen & Antworten
Ist die Wunde ein Persönlichkeitstyp?
Nein. Ich verstehe die Wunde als einen inneren Funktionsbereich, der in bestimmten Lebenssituationen stärker in den Vordergrund treten kann.
Warum spielt Verletzlichkeit eine so große Rolle?
Aus meiner Erfahrung entsteht persönliches Wachstum häufig dort, wo Menschen ihrer Verletzlichkeit mit Aufmerksamkeit begegnen. Daraus können Mitgefühl, Klarheit und Verantwortung wachsen.
Welche Verbindung gibt es zur Vertikalen Praxis?
Die Wunde gehört zu den inneren Funktionsbereichen, die in der Vertikalen Praxis eine Rolle spielen. Dort geht es darum, den Kontakt zu sich selbst zu vertiefen und daraus neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
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Systemisches Coaching mit Britta Germek
Britta und ich sind verheiratet und Eltern eines tollen Jungen. Seit unserer Rückkehr ins Münsterland entwickeln wir systheco als gemeinsames, nebenberufliches Projekt. Während ich in meinem Büro sitze und neue Texte schreibe, höre ich sie nebenan telefonieren. Nicht laut, aber ausreichend, um die Direktheit ihrer Stimme wahrzunehmen.
Als wir noch in Köln lebten, arbeitete Britta bei den Ford-Werken. Dort begleitete sie Führungskräfte unterschiedlicher Bereiche in Veränderungsprozessen. Britta mag die Zusammenarbeit mit hemdsärmeligen Leuten. Sie bleibt beharrlich, bis die Dinge auf den Punkt kommen. Gleichzeitig hat sie Geduld, wenn Menschen Zeit brauchen, Beobachtungen anzunehmen.