Handlungsfähigkeit bewahren

Björn Germek · Emsdetten

Entwickler der Vertikalen Praxis

Es gibt Zeiten, in denen die eigenen Möglichkeiten immer kleiner erscheinen. Entscheidungen werden aufgeschoben, notwendige Gespräche vermieden oder der Alltag besteht fast nur noch darin, auf Anforderungen zu reagieren. Obwohl der Wunsch nach Veränderung vorhanden ist, scheint kein Schritt wirklich möglich oder richtig zu sein.

Handlungsfähigkeit bedeutet nicht, jederzeit eine Lösung zu kennen oder alles unter Kontrolle zu haben. Sie zeigt sich darin, die eigene Situation wahrzunehmen, zwischen verschiedenen Möglichkeiten unterscheiden und eine eigene Antwort entwickeln zu können – auch wenn die Bedingungen schwierig bleiben.

Auf dieser Seite geht es darum, warum dieser Spielraum unter Druck verloren gehen kann, welche schützende Funktion Rückzug oder Nicht-Handeln haben können und wie allmählich wieder mehr Wahlfreiheit entstehen kann.


Moin, ich bin der Björn.

Bevor du weiterliest, möchte ich dir kurz etwas darüber erzählen, was ich mache und warum es diesen und weitere Texte gibt.

Die Texte sind Teil meiner freiberuflichen Arbeit. Ich veröffentliche sie, weil mich die Themen beschäftigen und weil ich gerne Wissen teile. Genauso wichtig ist mir der Kontakt zu den Menschen, die hier lesen. Deshalb verstehe ich diese Seite als ein Beziehungsangebot. Wenn dich etwas berührt, interessiert oder beschäftigt, freue ich mich über eine Nachricht von dir.


Inhaltsverzeichnis


Kurz erklärt

Handlungsfähigkeit bedeutet nicht, jederzeit eine Lösung zu kennen oder sofort entscheiden zu können. Sie zeigt sich darin, die eigene Situation wahrzunehmen, Möglichkeiten zu unterscheiden und einen nächsten Schritt wählen zu können.

Unter anhaltendem Stress, in Konflikten oder nach belastenden Erfahrungen kann dieser Spielraum kleiner werden. Manche Menschen reagieren dann vorschnell, andere ziehen sich zurück, erstarren oder verschieben Entscheidungen immer weiter.

Therapeutische Begleitung
kann dabei helfen, automatische Reaktionen besser zu verstehen, wieder mehr Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen und Grenzen zu entwickeln und neue Handlungsmöglichkeiten praktisch zu erproben.


Wenn Handeln nicht mehr selbstverständlich ist

Es gibt Situationen, in denen Menschen durchaus wissen, dass sich etwas verändern müsste, aber dennoch keinen tragfähigen Schritt finden. Gedanken drehen sich im Kreis, Entscheidungen werden immer wieder verschoben oder jeder mögliche Weg scheint mit neuen Schwierigkeiten verbunden zu sein.

Von außen kann das wie Unentschlossenheit oder Passivität wirken. Innerlich besteht jedoch oft ein hoher Druck. Verschiedene Bedürfnisse, Erwartungen und Befürchtungen wirken gleichzeitig, ohne dass klar wird, welche Richtung wirklich stimmig ist.

Manchmal bleibt nur noch die Reaktion auf das, was gerade geschieht. Der Alltag wird bewältigt, Anforderungen werden erfüllt und akute Probleme gelöst. Für eine eigene Wahl, eine bewusste Grenze oder eine längerfristige Orientierung fehlt jedoch zunehmend der innere Raum.


Wie der eigene Spielraum kleiner wird

Handlungsfähigkeit hängt nicht allein davon ab, wie viele äußere Möglichkeiten vorhanden sind. Entscheidend ist auch, welche dieser Möglichkeiten innerlich überhaupt erreichbar erscheinen. Unter Belastung kann die Wahrnehmung enger werden. Risiken treten stärker hervor, während vorhandene Fähigkeiten, Unterstützung und Alternativen kaum noch wahrgenommen werden.

Der Körper beteiligt sich an dieser Einengung. Anspannung, flache Atmung, Unruhe oder Erschöpfung beeinflussen, wie eine Situation erlebt und bewertet wird. Was in einem ruhigeren Zustand lösbar erscheinen würde, kann sich dann bedrohlich, aussichtslos oder kaum überschaubar anfühlen.

Häufig entsteht daraus ein Kreislauf: Weil keine gute Lösung sichtbar wird, steigt der Druck. Durch den steigenden Druck wird die Wahrnehmung noch enger. Entscheidungen werden dadurch nicht leichter, sondern immer schwerer.


Warum Nicht-Handeln auch schützen kann

Nicht zu handeln ist nicht immer Ausdruck fehlender Motivation. Abwarten, Rückzug oder Erstarren können Versuche sein, weitere Überforderung, Ablehnung oder einen möglichen Fehler zu vermeiden. Das Verhalten erfüllt damit zunächst eine schützende Funktion.

Besonders schwer wird eine Entscheidung, wenn unterschiedliche Folgen gleichzeitig befürchtet werden. Wer eine Grenze setzt, könnte einen Konflikt auslösen. Wer sie nicht setzt, übergeht möglicherweise die eigenen Bedürfnisse. Wer eine Beziehung verändert, riskiert Verlust. Wer alles beim Alten lässt, bleibt in einer belastenden Situation.

Solche inneren Widersprüche lassen sich selten durch zusätzlichen Druck lösen. Hilfreicher ist es, die verschiedenen Seiten ernst zu nehmen und zu verstehen, wovor sie schützen möchten. Erst dann kann eine Entscheidung entstehen, die nicht nur gegen die Angst, sondern mit einem realistischen Blick auf die eigene Situation getroffen wird.


Björn Germek in der Vertikalen Praxis

Vertikale Praxis - Körperpsychotherapie

Im Kopf dieser Seite habe ich mich bereits als „Entwickler der Vertikalen Praxis“ vorgestellt. Vielleicht fragst du dich, was damit gemeint ist.

Der Begriff Vertikale Praxis beschreibt meinen Ansatz der körperpsychotherapeutischen Arbeit mit meinen Klientinnen und Klienten. Er hat sich über etwa zwei Jahrzehnte aus meiner intensiven Auseinandersetzung mit Kampfkünsten, der Transaktionsanalyse nach Eric Berne und der konkreten Arbeit mit Menschen entwickelt. Es berührt mich, wenn Menschen mir ihr Vertrauen schenken und in der direkten körperlichen Begegnung nach und nach durchlässiger werden. Wenn dich interessiert, was da genau passiert, lade ich dich herzlich ein, auf der Seite zur Vertikalen Praxis weiterzulesen.


Wahrnehmen, was gerade möglich ist

Der Weg zurück zu mehr Handlungsfähigkeit beginnt häufig nicht mit einer großen Entscheidung. Zunächst geht es darum, die eigene Situation genauer wahrzunehmen. Was geschieht gerade tatsächlich? Welche Anforderungen kommen von außen? Was entsteht durch eigene Erwartungen? Welche körperlichen und emotionalen Reaktionen sind spürbar?

Diese Fragen schaffen noch keine unmittelbare Lösung. Sie helfen jedoch, verschiedene Ebenen voneinander zu unterscheiden. Eine Befürchtung ist nicht dasselbe wie eine bereits eingetretene Folge. Ein alter Erfahrungssatz ist nicht automatisch eine passende Beschreibung der heutigen Situation.

Auch die eigenen Grenzen werden durch eine differenziertere Wahrnehmung deutlicher. Vielleicht ist ein bestimmter Schritt noch zu groß, während ein kleinerer bereits möglich wäre. Vielleicht braucht es zuerst ein Gespräch, zusätzliche Informationen, Unterstützung oder eine bewusste Unterbrechung.


Vom Reagieren wieder zum Handeln kommen

Reagieren geschieht meist schnell und orientiert sich an dem, was unmittelbar Druck erzeugt. Handeln schließt dagegen eine eigene Position ein. Zwischen einem äußeren Impuls und der eigenen Antwort entsteht wieder ein kleiner Raum, in dem Wahrnehmung, Abwägung und Entscheidung möglich werden.

Dieser Raum muss nicht groß sein. Manchmal besteht Handlungsfähigkeit zunächst darin, eine Antwort aufzuschieben, eine Nachfrage zu stellen oder auszusprechen, dass etwas noch nicht entschieden werden kann. Auch eine bewusste Pause kann ein aktiver Schritt sein, wenn sie nicht der dauerhaften Vermeidung dient.

Mit jeder Erfahrung, in der eine eigene Wahl möglich war, kann das Vertrauen in die persönliche Wirksamkeit wachsen. Dabei geht es nicht darum, jede Situation kontrollieren zu können. Handlungsfähig zu sein bedeutet vielmehr, auch unter begrenzten Bedingungen eine eigene Antwort entwickeln zu können.


Kleine Schritte und neue Erfahrungen

Große Veränderungen wirken häufig so umfassend, dass schon der Anfang überfordert. Kleine Schritte machen dagegen erfahrbar, dass Bewegung möglich ist. Sie können überprüft, angepasst oder auch wieder verworfen werden, ohne dass sofort alles entschieden sein muss.

Ein solcher Schritt kann darin bestehen, eine Aufgabe zu begrenzen, eine vertraute Person einzubeziehen, eine Information einzuholen oder einen bisher unausgesprochenen Gedanken zu formulieren. Entscheidend ist weniger die Größe des Schrittes als die Erfahrung, nicht vollständig ausgeliefert zu sein.

Kleine Schritte sind nicht automatisch vorsichtig oder unbedeutend. Unter hoher Belastung können sie genau das Maß an Veränderung darstellen, das aufgenommen und in den Alltag integriert werden kann.


Wie therapeutische Begleitung unterstützen kann

In einer therapeutischen Begleitung kann zunächst gemeinsam betrachtet werden, in welchen Situationen der eigene Handlungsspielraum verloren geht. Dabei wird nicht nur nach bewussten Gedanken gefragt, sondern auch nach körperlichen Reaktionen, vertrauten Beziehungsmustern und bisherigen Erfahrungen mit Entscheidung, Grenze und Verantwortung.

Manche Menschen haben gelernt, sich sehr stark an den Erwartungen anderer zu orientieren. Andere reagieren auf Druck mit Rückzug, Anpassung oder Gegenwehr. Solche Reaktionen waren in früheren Situationen möglicherweise sinnvoll. Im heutigen Leben können sie jedoch verhindern, dass neue Möglichkeiten wahrgenommen und ausprobiert werden.

Therapeutische Arbeit kann einen Rahmen schaffen, in dem diese Muster nicht nur erklärt, sondern im Kontakt wahrgenommen werden. Neue Erfahrungen entstehen dann nicht allein durch Einsicht, sondern dadurch, dass ein anderes Tempo, eine klarere Grenze oder eine eigene Entscheidung tatsächlich möglich wird.


Hinweis zur Entstehung: Dieser Fachtext wurde mit Unterstützung generativer KI redaktionell ausgearbeitet. Inhaltliche Konzeption und fachliche Verantwortung liegen bei den Betreibern dieser Website. Texte, die auf besonderes Interesse stoßen, werden redaktionell weiterentwickelt.

Wichtige Internetseiten

Wenn du dich weiter mit Handlungsfähigkeit, Selbstwirksamkeit und dem Umgang mit belastenden Lebenssituationen beschäftigen möchtest, bieten diese Seiten eine fachlich fundierte Orientierung.

• gesund.bund.de – Resilienz und Krisenbewältigung
https://gesund.bund.de/resilienz

• psychenet – Selbstmanagement bei psychischen Belastungen
https://www.psychenet.de/de/ueber-uns/das-projekt-psychenet/teilprojekte/teilprojekt-4.html

• psychenet – Selbsthilfe und Peer-Beratung
https://www.psychenet.de/de/ueber-uns/das-projekt-psychenet/teilprojekte/teilprojekt-5.html

• Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie
https://www.dgppn.de/

Die genannten Angebote beschreiben Handlungsfähigkeit nicht als reine Willensfrage. Sie betonen unter anderem die Bedeutung von Selbstwirksamkeit, sozialer Unterstützung, eigenen Wahlmöglichkeiten und einem realistischen Umgang mit Belastungen.


Fragen & Antworten

Was bedeutet es, handlungsfähig zu sein?
Handlungsfähig zu sein bedeutet nicht, jede Situation kontrollieren oder sofort lösen zu können. Es geht darum, die eigene Lage wahrzunehmen, Möglichkeiten zu unterscheiden und unter den gegebenen Bedingungen eine eigene Antwort oder einen nächsten Schritt wählen zu können.
Warum fällt mir selbst eine kleine Entscheidung manchmal so schwer?
Unter hoher Belastung richtet sich die Aufmerksamkeit stärker auf Risiken, mögliche Fehler und negative Folgen. Gleichzeitig werden eigene Fähigkeiten und Alternativen schlechter wahrgenommen. Dadurch kann auch eine überschaubare Entscheidung sehr groß und folgenreich wirken.
Ist Abwarten immer ein Zeichen von Vermeidung?
Nein. Abwarten kann sinnvoll sein, wenn Informationen fehlen, der Körper eine Pause benötigt oder eine Situation zunächst genauer betrachtet werden muss. Problematisch wird es eher dann, wenn das Aufschieben dauerhaft den eigenen Spielraum verkleinert und Entscheidungen nur noch aus Angst vermieden werden.
Wie kann ich im Alltag wieder mehr Handlungsspielraum gewinnen?
Häufig hilft es, die Situation in kleinere, überschaubare Schritte zu unterteilen. Ein Gespräch, eine Nachfrage, eine bewusst gesetzte Grenze oder das Einholen einer Information kann bereits eine aktive Bewegung sein. Wichtig ist, dass der Schritt tatsächlich zur aktuellen Belastbarkeit passt.
Wann kann therapeutische Begleitung sinnvoll sein?
Eine Begleitung kann hilfreich sein, wenn du dich über längere Zeit wie festgefahren erlebst, Entscheidungen kaum noch möglich erscheinen oder du unter Druck immer wieder auf eine Weise reagierst, die dir selbst nicht entspricht. Gemeinsam können die dahinterliegenden Reaktionen verstanden und neue Erfahrungen erprobt werden.

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Porträt von Britta Germek

Systemisches Coaching mit Britta Germek

Britta und ich sind verheiratet und Eltern eines tollen Jungen. Seit unserer Rückkehr ins Münsterland entwickeln wir systheco als gemeinsames, nebenberufliches Projekt. Während ich in meinem Büro sitze und neue Texte schreibe, höre ich sie nebenan telefonieren. Nicht laut, aber ausreichend, um die Direktheit ihrer Stimme wahrzunehmen.

Als wir noch in Köln lebten, arbeitete Britta bei den Ford-Werken. Dort begleitete sie Führungskräfte unterschiedlicher Bereiche in Veränderungsprozessen. Britta mag die Zusammenarbeit mit hemdsärmeligen Leuten. Sie bleibt beharrlich, bis die Dinge auf den Punkt kommen. Gleichzeitig hat sie Geduld, wenn Menschen Zeit brauchen, Beobachtungen anzunehmen.



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