Körperorientierte Psychotherapie

Björn Germek

Emsdetten · Entwickler der Vertikalen Praxis

Körperpsychotherapie begleitet mich seit vielen Jahren. Sie hat meinen Blick auf psychotherapeutische Arbeit geprägt und bildet einen wichtigen Hintergrund für die Entwicklung der Vertikalen Praxis.

Auf dieser Seite ordne ich verschiedene körperpsychotherapeutische Ansätze ein und beschreibe, welche Möglichkeiten und Grenzen ich darin sehe. Außerdem geht es um die Frage, woran sich eine verantwortungsvolle therapeutische Haltung erkennen lässt.


Moin, ich bin der Björn.

Bevor du weiterliest, möchte ich dir kurz etwas darüber erzählen, was ich mache und warum es diesen Text gibt.

Ich lebe in Emsdetten und habe Hunderte von Stunden investiert, um die Inhalte dieser Website zu erstellen. Mir ist wichtig, dass du weißt, bei wem du gelandet bist. Die Texte sind Teil meiner freiberuflichen Arbeit. Ich veröffentliche sie, weil mich die Themen beschäftigen und weil ich gerne Wissen teile. Genauso wichtig ist mir der Kontakt zu den Menschen, die hier lesen. Deshalb verstehe ich diese Seite als ein Beziehungsangebot. Wenn dich etwas berührt, interessiert oder beschäftigt, freue ich mich über eine Nachricht von dir.


Inhaltsverzeichnis


Kurz erklärt

Körperpsychotherapie fasst verschiedene psychotherapeutische Ansätze zusammen, die den Körper bewusst in die therapeutische Arbeit einbeziehen. Wahrnehmung, Atmung, Bewegung, Stimme oder Spannung werden dabei nicht als Technik verstanden, sondern als Ausdruck innerer Prozesse.

Für mich geht es dabei vor allem um Kontakt: den Kontakt zum eigenen Körper, zu Gefühlen und Gedanken sowie zum Gegenüber. Daraus können neue Erfahrungen entstehen, die sich allein im Gespräch oft nur schwer entwickeln.

Körperorientierte Psychotherapie bedeutet deshalb nicht, möglichst viel zu tun. Oft beginnt sie mit aufmerksamem Wahrnehmen, einem ruhigeren Tempo und der Freiheit, jeden Schritt gemeinsam zu gestalten.

Körperorientierte Arbeit setzt Freiwilligkeit, Transparenz und einen verantwortungsvollen therapeutischen Rahmen voraus. Tempo und Intensität orientieren sich immer an der jeweiligen Person.


Warum mich Körperpsychotherapie bis heute beschäftigt

Mich interessiert an der Körperpsychotherapie vor allem, dass sie Erfahrungen ernst nimmt, bevor sie in Worte gefasst werden. Haltung, Atmung, Spannung oder Bewegung erzählen oft etwas, das im Gespräch zunächst verborgen bleibt.

Daraus ist auch die Vertikale Praxis entstanden. Sie versteht den Körper nicht als Werkzeug, sondern als Teil der Beziehung zu sich selbst und zum Gegenüber. Veränderung beginnt für mich häufig dort, wo Menschen sich wieder unmittelbarer wahrnehmen können.

Körperpsychotherapie bedeutet deshalb nicht, möglichst viel zu tun. Oft entsteht Entwicklung gerade durch ein ruhigeres Tempo, mehr Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, Erfahrungen gemeinsam auszuhalten und einzuordnen.


Geschichtliche Linien

Die Körperpsychotherapie hat unterschiedliche Wurzeln. Zu den bekanntesten gehören die Arbeiten von Wilhelm Reich, der den Zusammenhang zwischen psychischer Erfahrung, Atmung und Muskelspannung beschrieb, sowie Alexander Lowen, der diese Gedanken in der Bioenergetischen Analyse weiterentwickelte.

Im Laufe der Jahrzehnte entstanden zahlreiche weitere Ansätze. Manche arbeiten stärker über Wahrnehmung und Bewegung, andere beziehen Atem, Stimme, Berührung oder Gruppenprozesse ein. Deshalb beschreibt Körperpsychotherapie heute kein einzelnes Verfahren, sondern ein vielfältiges Fachgebiet.

Hinter ähnlichen Begriffen können sehr unterschiedliche therapeutische Haltungen stehen. Deshalb lohnt sich weniger der Blick auf den Namen einer Methode als auf die Art, wie therapeutisch gearbeitet wird.


Formen und Bausteine

Körperpsychotherapeutische Ansätze setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Viele von ihnen greifen jedoch ähnliche Erfahrungsbereiche auf.

Wahrnehmung
Aufmerksamkeit für Atmung, Spannung, Haltung, Bewegung und Körperempfinden.

Regulation
Ein ruhigeres Tempo, mehr Selbstkontakt und ein bewusster Umgang mit Belastung und Stress.

Bewegung und Ausdruck
Kleine Bewegungsimpulse, Stimme oder Veränderungen der Haltung können neue Erfahrungen ermöglichen.

Kontakt
Beziehung, Grenzen und gegenseitige Wahrnehmung bilden in vielen körperpsychotherapeutischen Ansätzen einen wichtigen Teil der Arbeit.

Entscheidend ist für mich nicht die Methode selbst. Entscheidend ist, ob sie verantwortungsvoll eingesetzt wird und Menschen darin unterstützt, mehr Kontakt zu sich selbst zu entwickeln.


Björn Germek in der Vertikalen Praxis

Vertikale Praxis - Körperpsychotherapie

Im Kopf dieser Seite habe ich mich bereits als „Entwickler der Vertikalen Praxis“ vorgestellt. Vielleicht fragst du dich, was damit gemeint ist.

Der Begriff Vertikale Praxis beschreibt meinen Ansatz der körperpsychotherapeutischen Arbeit mit meinen Klientinnen und Klienten. Er hat sich über etwa zwei Jahrzehnte aus meiner intensiven Auseinandersetzung mit Kampfkünsten, der Transaktionsanalyse nach Eric Berne und der konkreten Arbeit mit Menschen entwickelt. Es berührt mich, wenn Menschen mir ihr Vertrauen schenken und in der direkten körperlichen Begegnung nach und nach durchlässiger werden. Wenn dich interessiert, was da genau passiert, lade ich dich herzlich ein, auf der Seite zur Vertikalen Praxis weiterzulesen.


Therapeutische Haltung

Körperpsychotherapie lebt aus meiner Sicht weniger von einzelnen Methoden als von der Haltung der Therapeutin oder des Therapeuten. Aufmerksamkeit, Respekt und ein gemeinsames Tempo sind wichtiger als jede Technik.

Körperliche Erfahrungen können intensiv sein. Deshalb brauchen sie einen Rahmen, in dem Transparenz, Freiwilligkeit und klare Grenzen selbstverständlich sind. Jeder Schritt sollte nachvollziehbar bleiben und jederzeit unterbrochen werden können.

Gerade weil körperorientierte Arbeit unmittelbar wirken kann, gehört Sorgfalt für mich zu ihren wichtigsten Qualitätsmerkmalen.


Möglichkeiten und Grenzen

Gespräche schaffen Verständnis und Einordnung. Körperpsychotherapie ergänzt diese Ebene um Erfahrungen, die sich zunächst eher über Wahrnehmung als über Sprache zeigen.

Das kann hilfreich sein, wenn Menschen ihre Situation gut erklären können und dennoch das Gefühl haben, immer wieder an denselben Punkt zu geraten. Körperorientierte Arbeit eröffnet dann manchmal einen anderen Zugang zu Veränderung.

Gleichzeitig eignet sich nicht jede Form körperorientierter Arbeit für jede Situation. Deshalb braucht es immer eine sorgfältige Einschätzung und eine Arbeitsweise, die sich am Menschen orientiert – nicht an einer Methode.


Schutz und Verantwortung

Körperorientierte Psychotherapie verlangt einen besonders verantwortungsvollen Umgang mit Nähe, Distanz und persönlichen Grenzen. Freiwilligkeit und Transparenz sind dabei keine Ergänzung, sondern Voraussetzung.

Berührung gehört nicht selbstverständlich zur Körperpsychotherapie. Wo sie überhaupt eine Rolle spielt, braucht sie eine klare gemeinsame Vereinbarung und jederzeit die Möglichkeit, innezuhalten oder einen Schritt zu beenden.

Gute Körperpsychotherapie stärkt den Kontakt zu sich selbst. Sie setzt Menschen nicht unter Druck und verfolgt kein Ziel um jeden Preis.


Mein Blick auf Körperpsychotherapie

Viele Erfahrungen aus der Körperpsychotherapie sind in die Vertikale Praxis eingeflossen. Mich interessieren dabei vor allem Kontakt, Selbstwahrnehmung und die Frage, wie Veränderung entsteht, ohne Menschen zu überfordern.

Deshalb verstehe ich Körperpsychotherapie nicht als Sammlung von Techniken. Für mich beschreibt sie eine Haltung, in der körperliche Erfahrung ihren Platz neben Sprache, Beziehung und persönlicher Entwicklung findet.


Wichtige Internetseiten

Wenn du dich weiter mit Körperpsychotherapie oder psychotherapeutischen Verfahren beschäftigen möchtest, können diese Seiten eine gute Orientierung bieten.

• Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
https://www.bptk.de/

• AWMF-Leitlinien
https://www.awmf.org/leitlinien.html

• Patienten-Information.de
https://www.patienten-information.de/

Diese Internetseiten bieten fachlich fundierte Informationen und können helfen, unterschiedliche psychotherapeutische Ansätze besser einzuordnen.


Fragen & Antworten

Was unterscheidet Körperpsychotherapie von Gesprächstherapie?
Körperpsychotherapie bezieht Wahrnehmung, Atmung, Haltung oder Bewegung bewusst in die therapeutische Arbeit ein. Gespräche bleiben wichtig, werden jedoch durch die körperliche Erfahrung ergänzt.
Gehört Berührung immer dazu?
Nein. Viele körperpsychotherapeutische Ansätze arbeiten vollständig ohne Berührung. Wo Berührung überhaupt eine Rolle spielt, geschieht sie ausschließlich auf freiwilliger Basis und in einem klaren therapeutischen Rahmen.
Woran erkenne ich eine verantwortungsvolle Körperpsychotherapie?
Eine gute körperpsychotherapeutische Begleitung arbeitet transparent, respektiert persönliche Grenzen und orientiert sich am Tempo der jeweiligen Person. Methoden stehen nie über dem Menschen.
Welche Rolle spielt Körperpsychotherapie in deiner Arbeit?
Viele Erfahrungen aus der Körperpsychotherapie sind in die Vertikale Praxis eingeflossen. Im Mittelpunkt stehen für mich Kontakt, Selbstwahrnehmung und die Entwicklung neuer Handlungsmöglichkeiten – nicht einzelne Techniken.

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Porträt von Britta Germek

Systemisches Coaching mit Britta Germek

Britta und ich sind verheiratet und Eltern eines tollen Jungen. Seit unserer Rückkehr ins Münsterland entwickeln wir systheco als gemeinsames, nebenberufliches Projekt. Während ich in meinem Büro sitze und neue Texte schreibe, höre ich sie nebenan telefonieren. Nicht laut, aber ausreichend, um die Direktheit ihrer Stimme wahrzunehmen.

Als wir noch in Köln lebten, arbeitete Britta bei den Ford-Werken. Dort begleitete sie Führungskräfte unterschiedlicher Bereiche in Veränderungsprozessen. Britta mag die Zusammenarbeit mit hemdsärmeligen Leuten. Sie bleibt beharrlich, bis die Dinge auf den Punkt kommen. Gleichzeitig hat sie Geduld, wenn Menschen Zeit brauchen, Beobachtungen anzunehmen.


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