Panikattacken verstehen

Björn Germek · Emsdetten

Entwickler der Vertikalen Praxis

Plötzlich rast das Herz, der Atem wird eng, der Körper zittert oder fühlt sich fremd an. Innerhalb weniger Augenblicke kann die Angst entstehen, zusammenzubrechen, zu ersticken, einen Herzinfarkt zu bekommen oder die Kontrolle zu verlieren.

Auf dieser Seite beschreibe ich, was während einer Panikattacke geschehen kann, weshalb die Angst vor einer weiteren Attacke den Alltag zunehmend einengen kann und warum neue oder ungeklärte körperliche Beschwerden medizinisch abgeklärt werden sollten.


Moin, ich bin der Björn.

Bevor du weiterliest, möchte ich dir kurz etwas darüber erzählen, was ich mache und warum es diesen und weitere Texte gibt.

Die Texte sind Teil meiner freiberuflichen Arbeit. Ich veröffentliche sie, weil mich die Themen beschäftigen und weil ich gerne Wissen teile. Genauso wichtig ist mir der Kontakt zu den Menschen, die hier lesen. Deshalb verstehe ich diese Seite als ein Beziehungsangebot. Wenn dich etwas berührt, interessiert oder beschäftigt, freue ich mich über eine Nachricht von dir.


Inhaltsverzeichnis


Kurz erklärt

Eine Panikattacke ist eine plötzlich einsetzende Phase starker Angst, die häufig von deutlichen körperlichen Reaktionen begleitet wird. Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Zittern, Druck oder Enge können innerhalb kurzer Zeit so stark werden, dass eine akute Gefahr naheliegend erscheint.

Das Erleben kann sehr bedrohlich sein. Manche Menschen fürchten, einen Herzinfarkt zu bekommen, zu ersticken, ohnmächtig zu werden oder die Kontrolle über sich zu verlieren. Auch wenn die Reaktion von selbst wieder abklingt, bleibt häufig die Sorge zurück, dass sie jederzeit erneut auftreten könnte.

Wichtig
Neue, starke oder nicht eindeutig eingeordnete körperliche Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden. Eine Panikattacke lässt sich nicht allein anhand einzelner Symptome sicher von körperlichen Ursachen unterscheiden.

Diese Seite dient der Orientierung. Sie ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Diagnostik und legt nicht fest, welche Erklärung für deine Beschwerden zutrifft.


Wenn der Körper plötzlich Alarm schlägt

Eine Panikattacke kann scheinbar aus dem Nichts entstehen. Vielleicht sitzt du in einem Zug, stehst im Supermarkt, bist bei der Arbeit oder liegst abends im Bett. Innerhalb kurzer Zeit verändert sich der gesamte Zustand: Das Herz schlägt schneller, der Atem wird flach oder hektisch, der Körper fühlt sich fremd an und die Aufmerksamkeit richtet sich fast vollständig auf die Frage, was gerade geschieht.

Manche Attacken treten in angespannten oder belastenden Situationen auf. Andere beginnen in Momenten, die äußerlich ruhig wirken. Dass kein klarer Auslöser erkennbar ist, macht das Erleben häufig noch beunruhigender. Der Körper reagiert heftig, obwohl sich die Gefahr nicht eindeutig benennen lässt.

Während einer solchen Reaktion bleibt kaum Abstand zum unmittelbaren Geschehen. Körperempfindungen und bedrohliche Gedanken verstärken sich gegenseitig. Ein schneller Herzschlag wird als Zeichen einer ernsten Gefahr wahrgenommen, diese Einschätzung erhöht die Angst – und der Körper gerät noch stärker in Alarmbereitschaft.


Warum sich eine Panikattacke so körperlich anfühlt

Angst ist keine rein gedankliche Reaktion. Sie verändert Herzschlag, Atmung, Muskelspannung, Aufmerksamkeit und Verdauung. Der Körper stellt Energie bereit und bereitet sich darauf vor, schnell zu handeln. Bei einer Panikattacke geschieht diese Aktivierung besonders plötzlich und intensiv.

Häufig werden Herzrasen, Brustenge, Kurzatmigkeit, Schwindel, Zittern, Schwitzen, Kribbeln oder Übelkeit beschrieben. Manche Menschen erleben ihre Umgebung als unwirklich oder fühlen sich vom eigenen Körper entfernt. Diese Empfindungen können zusätzlich den Eindruck erzeugen, den Boden unter den Füßen oder die Kontrolle über sich selbst zu verlieren.

Welche Signale auftreten und wie sie wahrgenommen werden, ist unterschiedlich. Nicht jede starke körperliche Angstreaktion ist eine Panikattacke, und dieselben Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Deshalb ist eine sorgfältige Einordnung wichtiger als eine schnelle Selbstdiagnose.

Besonders bei erstmaligem Auftreten, ungewöhnlich starken Beschwerden oder bestehenden körperlichen Erkrankungen sollte medizinisch geklärt werden, ob eine körperliche Ursache vorliegt.


Die Angst zu sterben oder die Kontrolle zu verlieren

Die Stärke einer Panikattacke entsteht nicht nur durch die körperliche Aktivierung. Entscheidend ist häufig auch die Bedeutung, die den Empfindungen im Moment gegeben wird. Ein stolpernder Herzschlag kann wie ein unmittelbar bevorstehender Zusammenbruch wirken. Ein Gefühl von Unwirklichkeit kann die Angst auslösen, verrückt zu werden oder nicht mehr zu sich zurückzufinden.

Solche Gedanken sind während einer Attacke keine nüchterne Einschätzung. Sie entstehen innerhalb eines hoch aktivierten Zustands, in dem Aufmerksamkeit stark verengt ist. Hinweise, die gegen eine akute Katastrophe sprechen, sind dann oft kaum erreichbar.

Nach dem Abklingen bleibt häufig die Frage zurück, ob beim nächsten Mal tatsächlich etwas Schlimmes passieren könnte. Dadurch wird nicht nur die vergangene Attacke belastend. Auch der eigene Körper kann zunehmend als unberechenbar und gefährlich erlebt werden.


Björn Germek in der Vertikalen Praxis

Vertikale Praxis - Körperpsychotherapie

Im Kopf dieser Seite habe ich mich bereits als „Entwickler der Vertikalen Praxis“ vorgestellt. Vielleicht fragst du dich, was damit gemeint ist.

Der Begriff Vertikale Praxis beschreibt meinen Ansatz der körperpsychotherapeutischen Arbeit mit meinen Klientinnen und Klienten. Er hat sich über etwa zwei Jahrzehnte aus meiner intensiven Auseinandersetzung mit Kampfkünsten, der Transaktionsanalyse nach Eric Berne und der konkreten Arbeit mit Menschen entwickelt. Es berührt mich, wenn Menschen mir ihr Vertrauen schenken und in der direkten körperlichen Begegnung nach und nach durchlässiger werden. Wenn dich interessiert, was da genau passiert, lade ich dich herzlich ein, auf der Seite zur Vertikalen Praxis weiterzulesen.


Wenn die Angst vor der nächsten Attacke beginnt

Nach einer Panikattacke beobachten viele Menschen ihren Körper besonders aufmerksam. Schon eine leichte Veränderung des Herzschlags, ein kurzer Schwindel oder das Gefühl, nicht tief genug atmen zu können, kann an die vergangene Erfahrung erinnern.

Diese erhöhte Aufmerksamkeit ist verständlich. Sie soll verhindern, erneut unvorbereitet von einer Attacke getroffen zu werden. Gleichzeitig können normale körperliche Schwankungen dadurch schneller als Warnzeichen erscheinen. Die Sorge vor einer weiteren Attacke erhöht die Anspannung und macht körperliche Signale wiederum deutlicher spürbar.

So kann eine zweite Ebene der Angst entstehen: Nicht mehr nur die Attacke selbst wird gefürchtet, sondern jede Situation, in der sie auftreten könnte. Der Alltag beginnt sich dann zunehmend an der Frage auszurichten, wo Hilfe erreichbar wäre, wie schnell man einen Ort verlassen könnte oder ob bestimmte Belastungen besser vermieden werden sollten.


Wie Vermeidung den Alltag enger machen kann

Nach einer beängstigenden Erfahrung ist es naheliegend, den damaligen Ort oder ähnliche Situationen zunächst zu meiden. Vielleicht fährst du nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln, gehst nur noch in Begleitung einkaufen oder verlässt das Haus nicht ohne bestimmte Sicherheitsvorkehrungen.

Kurzfristig kann Vermeidung Erleichterung bringen. Die gefürchtete Situation tritt nicht ein, und die Anspannung sinkt. Langfristig kann daraus jedoch der Eindruck entstehen, die Situation sei tatsächlich nur deshalb bewältigbar gewesen, weil du ihr ausgewichen bist.

Der eigene Bewegungsraum wird dadurch manchmal schrittweise kleiner. Nicht jede Vorsicht ist problematisch. Wichtig ist eher die Frage, ob Entscheidungen zunehmend von der Angst vor einer möglichen Attacke bestimmt werden und wichtige Bereiche des Lebens nicht mehr frei zugänglich sind.


Wann körperliche Beschwerden abgeklärt werden sollten

Herzrasen, Brustschmerz, Atemnot, Schwindel oder Ohnmachtsgefühle können bei Angst auftreten. Sie können aber auch körperliche Ursachen haben. Besonders bei neuen, ungewöhnlichen oder sehr starken Beschwerden ist deshalb eine medizinische Abklärung wichtig.

Das gilt auch dann, wenn du selbst vermutest, dass die Beschwerden psychisch bedingt sind. Eine ärztliche Untersuchung kann helfen, körperliche Ursachen zu erkennen oder auszuschließen. Sie schafft zugleich eine bessere Grundlage, um psychische und körperliche Faktoren anschließend differenziert zu betrachten.

Bei akuten starken Brustschmerzen, schwerer Atemnot, Bewusstlosigkeit oder anderen bedrohlich wirkenden Beschwerden sollte nicht abgewartet werden. In einer solchen Situation ist medizinische Akuthilfe angemessen.


Wie therapeutische Begleitung unterstützen kann

In einer therapeutischen Begleitung kann zunächst genauer betrachtet werden, wie die Attacken beginnen, welche körperlichen Signale wahrgenommen werden und welche Gedanken oder Befürchtungen sich daran anschließen. Dabei geht es nicht darum, das Erleben als eingebildet abzutun. Die körperliche Reaktion ist real, auch wenn keine äußere Gefahr erkennbar ist.

Ein weiterer Schwerpunkt kann darin liegen, den Zusammenhang zwischen Körperempfindung, Bewertung, Angst und Vermeidung verständlicher zu machen. Dadurch entsteht allmählich mehr Abstand zu der automatischen Annahme, jedes körperliche Signal kündige eine Katastrophe an.

Je nach Situation können auch behutsame Erfahrungen mit bisher gemiedenen Situationen oder Körperempfindungen Teil einer Behandlung sein. Solche Schritte sollten nicht als Mutprobe oder starres Programm verstanden werden. Entscheidend sind eine fachliche Einordnung, ein nachvollziehbares Vorgehen und ein Tempo, das zur jeweiligen Situation passt.


Orientierung für den Alltag

Wenn du Panikattacken erlebst, kann es hilfreich sein, nicht nur auf einzelne Attacken zu schauen. Auch Schlaf, anhaltende Belastung, körperliche Erkrankungen, Medikamente, Alkohol, Koffein oder andere Substanzen können das körperliche Erleben beeinflussen und sollten bei der Einordnung berücksichtigt werden.

Ebenso wichtig ist die Frage, wie stark dein Alltag bereits eingeschränkt ist. Vermeidest du bestimmte Orte? Brauchst du ständig eine Begleitperson? Beschäftigst du dich über längere Zeit mit der Angst vor der nächsten Attacke? Solche Veränderungen können ein Anlass sein, fachliche Unterstützung zu suchen.

Ziel muss nicht sein, jede Angstreaktion sofort zu verhindern. Zunächst kann es darum gehen, das Geschehen besser zu verstehen, körperliche Ursachen abzuklären und wieder mehr Wahlmöglichkeiten im Umgang mit den eigenen Reaktionen zu entwickeln.


Hinweis zur Entstehung: Dieser Fachtext wurde mit Unterstützung generativer KI redaktionell ausgearbeitet. Inhaltliche Konzeption und fachliche Verantwortung liegen bei den Betreibern dieser Website. Texte, die auf besonderes Interesse stoßen, werden redaktionell weiterentwickelt.

Wichtige Internetseiten

Wenn du dich weiter über Panikattacken, Panikstörungen und Behandlungsmöglichkeiten informieren möchtest, bieten diese Internetseiten eine fachlich verlässliche Orientierung.

• gesund.bund.de: Mit Angst umgehen
https://gesund.bund.de/mit-angst-umgehen

• gesund.bund.de: Panikstörung
https://gesund.bund.de/icd-code-suche/f41-0

• AWMF: S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen
https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/051-028.html

• AWMF: Patientenleitlinie Behandlung von Angststörungen
https://register.awmf.org/assets/guidelines/051-028p_S3_Behandlung-von-Angststoerungen_2022-07.pdf

Die Informationen erläutern typische Merkmale von Panikattacken, die Angst vor einer erneuten Attacke und mögliche Behandlungswege. Sie ersetzen keine medizinische oder psychotherapeutische Diagnostik.


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Porträt von Britta Germek

Systemisches Coaching mit Britta Germek

Britta und ich sind verheiratet und Eltern eines tollen Jungen. Seit unserer Rückkehr ins Münsterland entwickeln wir systheco als gemeinsames, nebenberufliches Projekt. Während ich in meinem Büro sitze und neue Texte schreibe, höre ich sie nebenan telefonieren. Nicht laut, aber ausreichend, um die Direktheit ihrer Stimme wahrzunehmen.

Als wir noch in Köln lebten, arbeitete Britta bei den Ford-Werken. Dort begleitete sie Führungskräfte unterschiedlicher Bereiche in Veränderungsprozessen. Britta mag die Zusammenarbeit mit hemdsärmeligen Leuten. Sie bleibt beharrlich, bis die Dinge auf den Punkt kommen. Gleichzeitig hat sie Geduld, wenn Menschen Zeit brauchen, Beobachtungen anzunehmen.



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