Sich selbst wieder spüren

Björn Germek

Emsdetten · Entwickler der Vertikalen Praxis

Es gibt Zeiten, in denen Menschen zwar ihren Alltag bewältigen, sich innerlich jedoch kaum noch wahrnehmen. Gedanken kreisen um Aufgaben und Verpflichtungen, während Gefühle, Bedürfnisse und körperliche Signale immer weiter in den Hintergrund treten. Das Leben funktioniert – doch der Kontakt zu sich selbst geht verloren.

Auf dieser Seite beschreibe ich, warum Selbstkontakt verloren gehen kann, weshalb sich dadurch häufig Leere oder Orientierungslosigkeit entwickeln und wie die Verbindung zum eigenen Erleben Schritt für Schritt wieder wachsen kann.


Moin, ich bin der Björn.

Bevor du weiterliest, möchte ich dir kurz etwas darüber erzählen, was ich mache und warum es diesen Text gibt.

Ich lebe in Emsdetten und habe Hunderte von Stunden investiert, um die Inhalte dieser Website zu erstellen. Mir ist wichtig, dass du weißt, bei wem du gelandet bist. Die Texte sind Teil meiner freiberuflichen Arbeit. Ich veröffentliche sie, weil mich die Themen beschäftigen und weil ich gerne Wissen teile. Genauso wichtig ist mir der Kontakt zu den Menschen, die hier lesen. Deshalb verstehe ich diese Seite als ein Beziehungsangebot. Wenn dich etwas berührt, interessiert oder beschäftigt, freue ich mich über eine Nachricht von dir.


Inhaltsverzeichnis


Kurz erklärt

Sich selbst wieder spüren bedeutet, den Kontakt zu den eigenen Gedanken, Gefühlen und körperlichen Empfindungen zurückzugewinnen. Viele Menschen erleben nach längerer Belastung, dass sie zwar funktionieren, sich innerlich jedoch leer, abgestumpft oder von sich selbst entfernt fühlen.

Selbstkontakt geht selten plötzlich verloren. Häufig entwickelt sich über längere Zeit eine Gewohnheit, die Aufmerksamkeit vor allem auf Anforderungen, Erwartungen oder Probleme zu richten. Die eigene Wahrnehmung tritt dabei immer weiter in den Hintergrund.

Neue Verbindung
Sich selbst wieder zu spüren bedeutet nicht, ständig nach innen zu schauen. Es geht darum, die eigene Wahrnehmung wieder als Orientierung im Alltag nutzen zu können und den Kontakt zum eigenen Erleben Schritt für Schritt zurückzugewinnen.

Wenn du dich aktuell in einer akuten psychischen Krise befindest, findest du auf der Seite Erste Hilfe bei psychischer Krise wichtige Informationen und Anlaufstellen.


Was bedeutet Selbstkontakt?

Selbstkontakt beschreibt die Fähigkeit, die eigenen Gedanken, Gefühle und körperlichen Empfindungen wahrzunehmen und sie als Orientierung für das eigene Handeln zu nutzen. Er hilft dabei, Grenzen zu erkennen, Bedürfnisse ernst zu nehmen und stimmige Entscheidungen zu treffen.

Diese Verbindung zu sich selbst ist nichts Starres. Sie verändert sich mit den Anforderungen des Lebens. In belastenden Zeiten richtet sich die Aufmerksamkeit oft fast ausschließlich nach außen. Der Kontakt zum eigenen Erleben tritt dabei Schritt für Schritt in den Hintergrund.

Selbstkontakt ist Beziehung
Sich selbst zu spüren bedeutet nicht, sich ständig mit sich selbst zu beschäftigen. Es geht darum, in einer lebendigen Beziehung zum eigenen Erleben zu bleiben und daraus Orientierung für den Alltag zu gewinnen.

Viele Menschen bemerken erst dann, wie weit sie sich von sich selbst entfernt haben, wenn Ruhe einkehrt und plötzlich das Gefühl entsteht, sich selbst kaum noch wahrzunehmen.

Warum wir uns selbst aus dem Blick verlieren können

Anhaltender Stress, hohe Verantwortung oder belastende Lebensereignisse können dazu führen, dass fast alle Aufmerksamkeit auf das Funktionieren gerichtet wird. Wer über längere Zeit vor allem Anforderungen erfüllt, verliert häufig den Zugang zu den eigenen Bedürfnissen und Empfindungen.

Häufige Ursachen
Dauerhafte Überforderung, Angst, Erschöpfung, Konflikte, einschneidende Veränderungen oder die Gewohnheit, die Erwartungen anderer wichtiger zu nehmen als die eigene Wahrnehmung.

Dieser Verlust geschieht meist schleichend. Viele Menschen bemerken ihn erst dann, wenn sie sich innerlich leer fühlen oder Schwierigkeiten haben, überhaupt noch zu sagen, was ihnen guttut.

Woran du fehlenden Selbstkontakt erkennst

Fehlender Selbstkontakt zeigt sich oft nicht in einem einzelnen Symptom, sondern in vielen kleinen Veränderungen. Entscheidungen fallen schwerer, Gefühle wirken gedämpft und der Alltag wird zunehmend von äußeren Anforderungen bestimmt.

Typische Erfahrungen
Innere Leere, das Gefühl nur noch zu funktionieren, Unsicherheit über die eigenen Bedürfnisse, Schwierigkeiten bei Entscheidungen oder der Eindruck, sich selbst fremd geworden zu sein.

Auch wenn sich dieses Erleben sehr dauerhaft anfühlen kann, lässt sich die Verbindung zum eigenen Erleben Schritt für Schritt wieder stärken.


Björn Germek in der Vertikalen Praxis

Vertikale Praxis - Körperpsychotherapie

Im Kopf dieser Seite habe ich mich bereits als „Entwickler der Vertikalen Praxis“ vorgestellt. Vielleicht fragst du dich, was damit gemeint ist.

Der Begriff Vertikale Praxis beschreibt meinen Ansatz der körperpsychotherapeutischen Arbeit mit meinen Klientinnen und Klienten. Er hat sich über etwa zwei Jahrzehnte aus meiner intensiven Auseinandersetzung mit Kampfkünsten, der Transaktionsanalyse nach Eric Berne und der konkreten Arbeit mit Menschen entwickelt. Es berührt mich, wenn Menschen mir ihr Vertrauen schenken und in der direkten körperlichen Begegnung nach und nach durchlässiger werden. Wenn dich interessiert, was da genau passiert, lade ich dich herzlich ein, auf der Seite zur Vertikalen Praxis weiterzulesen.


Sich selbst wieder spüren

Der Weg zurück zu mehr Selbstkontakt beginnt selten mit einer großen Erkenntnis. Häufig entsteht er durch kleine Erfahrungen, in denen Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen wieder bewusst wahrgenommen werden können. Aus diesen Momenten entwickelt sich nach und nach ein neues Vertrauen in die eigene Wahrnehmung.

Was häufig unterstützt
Bewusstes Innehalten, Aufmerksamkeit für den eigenen Körper, regelmäßige Bewegung, Zeit ohne ständige Ablenkung und Gespräche, in denen das eigene Erleben ernst genommen wird. Wichtig ist dabei nicht, möglichst viel zu fühlen, sondern offen wahrzunehmen, was gerade da ist.

Wer sich selbst wieder spürt, erlebt häufig auch mehr Klarheit für Entscheidungen, Grenzen und Bedürfnisse. Der Alltag wird dadurch nicht automatisch einfacher, doch die eigene Orientierung wächst Schritt für Schritt zurück.


Wann Unterstützung sinnvoll sein kann

Wenn das Gefühl besteht, sich selbst über längere Zeit kaum noch wahrzunehmen oder dauerhaft nur noch zu funktionieren, kann therapeutische Begleitung hilfreich sein. Gemeinsam lässt sich erkunden, wodurch der Selbstkontakt verloren gegangen ist und welche Erfahrungen ihn wieder stärken können.

Therapeutische Arbeit richtet sich dabei nicht allein auf das Verstehen von Zusammenhängen. Ebenso wichtig ist die Möglichkeit, im Kontakt neue Erfahrungen von Sicherheit, Wahrnehmung und Beziehung zu machen, die sich auf den Alltag übertragen lassen.

Sich selbst wieder zu spüren bedeutet nicht, ständig nach innen zu schauen. Es bedeutet, die eigene Wahrnehmung wieder als verlässliche Orientierung im Leben nutzen zu können.


Wichtige Internetseiten

Wenn du dich weiter über Selbstwahrnehmung, psychische Belastungen und therapeutische Unterstützung informieren möchtest, bieten diese Internetseiten eine gute Orientierung.

• Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
https://www.bptk.de/

• Patienten-Information.de
https://www.patienten-information.de/

• Stiftung Gesundheitswissen
https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/

• AWMF-Leitlinien
https://www.awmf.org/leitlinien.html

Diese Internetseiten ergänzen die Inhalte dieser Seite und bieten weiterführende Informationen zu psychischer Gesundheit, Selbstwahrnehmung und therapeutischen Unterstützungsmöglichkeiten.


Fragen & Antworten

Warum habe ich das Gefühl, mich selbst nicht mehr zu spüren?
Anhaltende Belastung, Stress oder einschneidende Lebensereignisse können dazu führen, dass die Aufmerksamkeit fast nur noch auf äußere Anforderungen gerichtet ist. Der Kontakt zum eigenen Erleben tritt dabei oft schleichend in den Hintergrund.
Ist fehlender Selbstkontakt eine psychische Erkrankung?
Nein. Das Gefühl, sich selbst nicht mehr richtig zu spüren, ist keine eigenständige Diagnose. Es kann jedoch im Zusammenhang mit verschiedenen psychischen Belastungen auftreten und Anlass sein, die eigene Situation genauer zu betrachten.
Kann ich den Kontakt zu mir selbst wiederfinden?
Ja. Viele Menschen erleben, dass Selbstkontakt durch kleine, regelmäßige Erfahrungen wieder wächst. Entscheidend ist nicht, möglichst intensive Gefühle zu erzeugen, sondern die eigene Wahrnehmung wieder ernst zu nehmen.
Wann ist therapeutische Unterstützung sinnvoll?
Wenn das Gefühl, sich selbst verloren zu haben, über längere Zeit anhält oder den Alltag deutlich beeinträchtigt, kann therapeutische Begleitung helfen, neue Orientierung und einen lebendigeren Kontakt zum eigenen Erleben zu entwickeln.

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Porträt von Britta Germek

Systemisches Coaching mit Britta Germek

Britta und ich sind verheiratet und Eltern eines tollen Jungen. Seit unserer Rückkehr ins Münsterland entwickeln wir systheco als gemeinsames, nebenberufliches Projekt. Während ich in meinem Büro sitze und neue Texte schreibe, höre ich sie nebenan telefonieren. Nicht laut, aber ausreichend, um die Direktheit ihrer Stimme wahrzunehmen.

Als wir noch in Köln lebten, arbeitete Britta bei den Ford-Werken. Dort begleitete sie Führungskräfte unterschiedlicher Bereiche in Veränderungsprozessen. Britta mag die Zusammenarbeit mit hemdsärmeligen Leuten. Sie bleibt beharrlich, bis die Dinge auf den Punkt kommen. Gleichzeitig hat sie Geduld, wenn Menschen Zeit brauchen, Beobachtungen anzunehmen.


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