Kommunikation in sozialen Systemen

Britta Germek · Emsdetten

>25 Jahre Begleitung von Veränderung

Kommunikation erscheint im beruflichen Alltag häufig als Austausch zwischen Personen. Eine Person formuliert eine Botschaft, eine andere soll sie möglichst richtig verstehen. In Teams und Organisationen ist der Vorgang jedoch komplexer.

Was ein Beitrag bedeutet, entscheidet sich erst daran, wie andere darauf reagieren. Eine sachlich gemeinte Rückfrage kann als Kritik verstanden werden. Eine Aufforderung zu mehr Eigenverantwortung kann Vertrauen ausdrücken oder zusätzliche Unsicherheit erzeugen.

Auf dieser Seite erkläre ich, wie Kommunikation soziale Systeme bildet. Es geht um Verstehen und Anschluss sowie um die Frage, wie sich wiederkehrende Kommunikationsmuster in Teams und Organisationen stabilisieren.


Ich bin Britta Germek.

Bevor Sie weiter­lesen, möchte ich Ihnen kurz etwas über mich erzählen.

Ich lebe in Emsdetten und begleite Menschen in beruflichen Veränderungs­prozessen, in Führungs­fragen und an Übergängen, an denen neue Orientierung wichtig wird. Wenn Sie ein Thema wiedererkennen, sich angesprochen fühlen oder ein Gespräch dazu führen möchten, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Sie können mich auch gerne anrufen:
+49 157 9402952


Inhaltsverzeichnis


Wie Kommunikation soziale Systeme bildet

Ein Team entsteht nicht allein dadurch, dass mehrere Menschen derselben Organisation angehören. Erst wenn Beiträge aufgegriffen, Entscheidungen weitergeführt und Erwartungen miteinander verbunden werden, bildet sich ein gemeinsamer sozialer Zusammenhang.

Kommunikation ist aus systemischer Sicht deshalb mehr als ein Werkzeug, das Personen gelegentlich einsetzen. Sie ist das Geschehen, durch das Teams und Organisationen fortlaufend entstehen. Eine Besprechung knüpft an frühere Entscheidungen an. Eine Rückfrage verändert den weiteren Verlauf. Ein Protokoll macht bestimmte Absprachen für spätere Kommunikation verfügbar.

Dabei entscheidet nicht allein die Absicht der sprechenden Person darüber, was geschieht. Erst im weiteren Anschluss zeigt sich, wie ein Beitrag verstanden wurde und welche Bedeutung er im System erhält.


Kommunikation ist mehr als das Senden von Botschaften

Im Alltag wird Kommunikation häufig als Übertragung verstanden. Eine Person sendet eine Botschaft, eine andere empfängt sie. Dieses Modell ist hilfreich, wenn Informationen möglichst eindeutig weitergegeben werden sollen. Für soziale Situationen reicht es jedoch nicht aus.

Ein Satz erhält seine Bedeutung nicht allein durch seinen Wortlaut. Tonfall und Situation wirken ebenso mit. Auch die bisherige Beziehung zwischen den Beteiligten beeinflusst, wie ein Beitrag eingeordnet wird. Die Aussage „Das sollten wir noch einmal prüfen“ kann als sachlicher Hinweis oder als verdeckte Kritik verstanden werden.

Kommunikation entsteht deshalb nicht vollständig auf der Seite der sendenden Person. Sie bildet sich im Zusammenspiel aus Äußerung und dem Verständnis, das im weiteren Verlauf wirksam wird.


Entscheidend ist, wie ein Beitrag verstanden wird

Menschen können erläutern, was sie mit einer Aussage gemeint haben. Sie können jedoch nicht festlegen, wie andere sie verstehen. Ein gut gemeinter Hinweis kann als Kontrolle erlebt werden. Eine knappe Antwort kann sachlich gemeint sein und dennoch als Ablehnung wirken.

Ob ein Verständnis anschlussfähig wird, zeigt sich an der folgenden Reaktion. Wird eine Rückfrage beantwortet, zurückgewiesen oder als Angriff behandelt? Jede dieser Möglichkeiten führt die Kommunikation auf eine andere Weise weiter.

Missverständnisse sind aus dieser Sicht keine seltene Abweichung von gelungener Kommunikation. Sie gehören zu ihrer grundlegenden Unsicherheit. Verständigung entsteht, wenn Unterschiede im Verständnis bemerkt und durch weitere Kommunikation bearbeitet werden.


Britta Germek beim Systemischen Coaching

Über das Systemische Coaching mit mir

Seit vielen Jahren begleite ich Menschen in beruflichen Veränderungsprozessen, in der Personalentwicklung und in Führungsfragen. Jede Zusammenarbeit bringt ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Möglichkeiten und ihre eigenen Herausforderungen mit.

Mich interessiert, wie Menschen ihre Rolle erleben, welche Beziehungen sie in ihrem beruflichen Umfeld gestalten und welche Ressourcen sie bereits mitbringen. Im Coaching entsteht Raum, um neue Perspektiven zu entwickeln und stimmige nächste Schritte zu finden.

Das Systemische Coaching bildet den fachlichen Schwerpunkt meiner Arbeit. Auf der folgenden Seite beschreibe ich, wie ich arbeite, welche Haltung mich dabei leitet und für welche Anliegen Coaching aus meiner Sicht besonders hilfreich sein kann.


Kommunikation entsteht durch Anschluss

Eine einzelne Äußerung bildet noch keinen fortlaufenden sozialen Zusammenhang. Erst wenn eine weitere Kommunikation daran anschließt, entsteht ein Prozess. Eine Entscheidung wird bestätigt oder infrage gestellt. Eine Information wird weitergegeben oder bleibt folgenlos.

Der Anschluss muss den vorherigen Beitrag nicht in der beabsichtigten Weise aufnehmen. Auch Widerspruch oder ein Themenwechsel setzen die Kommunikation fort. Entscheidend ist, dass die nächste Äußerung sich erkennbar auf das vorherige Geschehen bezieht.

Soziale Systeme bestehen dadurch aus einer Kette von Anschlüssen. Frühere Kommunikation begrenzt, was als Nächstes plausibel oder erwartbar erscheint. Gleichzeitig kann jeder neue Beitrag den bisherigen Verlauf verändern.


Wie sich Kommunikationsmuster stabilisieren

Wenn bestimmte Anschlüsse wiederholt auftreten, bilden sich Kommunikationsmuster. In einem Team kann es üblich werden, kritische Fragen erst nach einer Besprechung anzusprechen. In einem anderen Zusammenhang werden Einwände unmittelbar aufgenommen und gemeinsam geprüft.

Solche Muster müssen nicht ausdrücklich vereinbart worden sein. Beteiligte beobachten, welche Beiträge Resonanz erhalten und welche Reaktionen zu erwarten sind. Dadurch passen sie ihr Verhalten an den bisherigen Verlauf an.

Ein Muster kann selbst dann bestehen bleiben, wenn einzelne Personen es als unhilfreich erleben. Wer erwartet, mit Kritik nicht gehört zu werden, äußert sie vorsichtiger. Die vorsichtige Form kann wiederum dazu führen, dass ihre Bedeutung unterschätzt wird.


Auch Schweigen erhält seine Bedeutung im Zusammenhang

Schweigen trägt nicht aus sich heraus eine eindeutige Botschaft. Es kann Zustimmung oder Unsicherheit bedeuten. Ebenso kann es Ausdruck von Ablehnung oder fehlender Beteiligung sein. Welche Deutung wirksam wird, hängt vom jeweiligen Zusammenhang ab.

In einer Besprechung kann die Leitung fehlende Wortmeldungen als Einverständnis behandeln. Mitarbeitende erleben ihr Schweigen möglicherweise als Vorsicht, weil kritische Beiträge früher kaum aufgenommen wurden. Aus demselben Verhalten entstehen dadurch unterschiedliche Erwartungen.

Systemische Beobachtung fragt deshalb nicht nur, warum jemand schweigt. Sie untersucht auch, wie das Schweigen von anderen gedeutet wird und welche weitere Kommunikation daraus entsteht.


Kommunikation in Organisationen

Organisationen unterscheiden zwischen Kommunikation, die für Entscheidungen relevant ist, und Beiträgen, die informell bleiben. Eine beiläufige Bemerkung kann im Kollegenkreis große Bedeutung haben, ohne in einer offiziellen Entscheidung aufzutauchen.

Sitzungen und Berichtswege strukturieren, welche Themen an welcher Stelle behandelt werden. Auch Hierarchien beeinflussen, wessen Beiträge als entscheidungsrelevant gelten und welche Kommunikation verbindliche Folgen erhält.

Schwierigkeiten entstehen häufig, wenn formale und informale Kommunikation auseinanderfallen. Offiziell besteht Zustimmung, während außerhalb der vorgesehenen Wege erhebliche Bedenken geäußert werden. Eine systemische Betrachtung untersucht beide Ebenen und ihre wechselseitigen Wirkungen.


Systemisches Denken in Coaching und Organisation

Diese Seite vertieft einen einzelnen Begriff oder eine bestimmte Denkbewegung des systemischen Ansatzes. Sie gehört zu einem größeren Wissensbereich, in dem systemisches Denken aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird.

Auf der Hauptseite des Wissensbereichs erfahren Sie, was diese Denkweise auszeichnet und wie sie den Blick auf berufliche Situationen verändert. Menschen werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern in den Zusammenhängen, in denen sie handeln.

Die Hauptseite verbindet die fachlichen Grundlagen mit ihrer Bedeutung für Coaching und Organisation. Von dort aus können Sie weitere Begriffe und Denkmodelle des systemischen Ansatzes vertiefen.


Bedeutung für das systemische Coaching

Im systemischen Coaching wird Kommunikation nicht allein danach betrachtet, was eine Person sagen wollte. Ebenso wichtig ist, wie ein Beitrag aufgenommen wurde und welche Reaktion daraus entstanden ist. Dadurch verschiebt sich der Blick von einzelnen Botschaften auf den gesamten Kommunikationsverlauf.

Wenn eine Führungskraft beispielsweise mehr Eigenverantwortung einfordert, das Team darauf aber mit zusätzlicher Vorsicht reagiert, kann untersucht werden, welche Bedeutung die Aufforderung erhalten hat. Vielleicht wurde sie als Vertrauen verstanden. Ebenso kann sie als Rückzug der Führungskraft oder als unklare Verlagerung von Verantwortung eingeordnet worden sein.

Das Coaching hilft dabei, solche Unterschiede sichtbar zu machen und neue Anschlüsse zu erproben. Ziel ist nicht die eine vollkommen eindeutige Botschaft. Es geht darum, Kommunikation so zu gestalten, dass unterschiedliche Verständnisse früh bemerkt und weiter bearbeitet werden können.


Hinweis zur Entstehung: Dieser Fachtext wurde mit Unterstützung generativer KI redaktionell ausgearbeitet. Inhaltliche Konzeption und fachliche Verantwortung liegen bei den Betreibern dieser Website. Texte, die auf besonderes Interesse stoßen, werden redaktionell weiterentwickelt.

Wichtige Internetseiten

Wenn Sie Kommunikation als Grundlage sozialer Systeme vertiefen möchten, bieten diese Internetseiten fachliche Einordnungen zu Kommunikation und Organisation.

Die Beiträge erläutern Kommunikation als eigenständigen sozialen Vorgang und beschreiben, wie soziale Systeme durch fortlaufende Anschlüsse entstehen. Sie vertiefen außerdem die besondere Bedeutung von Kommunikation und Entscheidungen in Organisationen.


Fragen & Antworten

Was bedeutet Kommunikation im systemischen Denken?
Kommunikation wird als sozialer Vorgang verstanden, bei dem eine Äußerung aufgenommen und durch weitere Kommunikation fortgeführt wird. Ihre Bedeutung entsteht deshalb nicht allein durch die Absicht der sprechenden Person.
Warum entscheidet nicht allein der Absender über die Bedeutung einer Aussage?
Andere Beteiligte ordnen eine Aussage anhand der Situation und ihrer bisherigen Erfahrungen ein. Erst ihre Reaktion zeigt, welches Verständnis im weiteren Verlauf wirksam wird.
Ist Schweigen ebenfalls Kommunikation?
Schweigen erhält eine kommunikative Bedeutung, sobald andere Beteiligte es deuten und darauf reagieren. Es kann etwa als Zustimmung oder Ablehnung verstanden werden. Welche Bedeutung entsteht, hängt vom jeweiligen Zusammenhang ab.
Wie entstehen Kommunikationsmuster?
Kommunikationsmuster entstehen, wenn bestimmte Beiträge wiederholt ähnliche Reaktionen auslösen. Die Beteiligten entwickeln Erwartungen darüber, was gesagt werden kann und welche Anschlüsse wahrscheinlich sind.

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Björn Germek in der Vertikalen Praxis

Vertikale Praxis mit Björn Germek

Seit unserer Rückkehr ins Münsterland entwickeln Björn und ich systheco gemeinsam als nebenberufliches Projekt.

Oft, wenn ich an seiner Bürotür vorbeikomme, sitzt er an einem neuen Text oder einer Idee. Ich erlebe, mit welcher Beharrlichkeit er Fragen verfolgt, die ihn beschäftigen. Er gibt sich nie mit schnellen Antworten zufrieden, sondern entwickelt seine Gedanken über viele Jahre hinweg kontinuierlich weiter.

Seit anderthalb Jahrzehnten beobachte ich seine Beschäftigung mit der Vertikalen Praxis als eigenständigem Zugang zu Fragen menschlicher Entwicklung. Manchmal nutze ich einzelne Gedanken daraus auch in meinen Coaching-Formaten. Das Prinzip „Kraft gegen Kraft“ macht vertraute Muster oft unmittelbar körperlich erfahrbar und eröffnet dadurch neue Perspektiven.


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