Nichtwissen als professionelle Haltung

Britta Germek · Emsdetten

>25 Jahre Begleitung von Veränderung

Von einem professionellen Coaching werden häufig klare Einschätzungen und hilfreiche Antworten erwartet. Zugleich kennt keine außenstehende Person den beruflichen Alltag und die Erfahrungen eines anderen Menschen vollständig.

Systemisches Nichtwissen bedeutet, diese Grenze ernst zu nehmen. Die coachende Person bringt Fachwissen und eigene Beobachtungen ein, behandelt ihre Erklärungen aber nicht als endgültige Wahrheit.

Dadurch bleibt Raum für Fragen und unerwartete Zusammenhänge. Die gecoachte Person kann eigene Erfahrungen genauer betrachten, ohne lediglich einer vorgegebenen Deutung folgen zu müssen.

Auf dieser Seite erkläre ich, weshalb Nichtwissen eine professionelle Haltung ist. Es geht um vorläufige Hypothesen und die Expertise der gecoachten Person sowie um die verantwortliche Nutzung fachlichen Wissens.


Ich bin Britta Germek.

Bevor Sie weiter­lesen, möchte ich Ihnen kurz etwas über mich erzählen.

Ich lebe in Emsdetten und begleite Menschen in beruflichen Veränderungs­prozessen, in Führungs­fragen und an Übergängen, an denen neue Orientierung wichtig wird. Wenn Sie ein Thema wiedererkennen, sich angesprochen fühlen oder ein Gespräch dazu führen möchten, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Sie können mich auch gerne anrufen:
+49 157 9402952


Inhaltsverzeichnis


Was Nichtwissen im systemischen Arbeiten bedeutet

Im Coaching entsteht schnell der Wunsch nach einer eindeutigen Erklärung. Die coachende Person soll erkennen, worin das eigentliche Problem liegt und welcher nächste Schritt richtig wäre.

Systemisches Arbeiten begegnet diesem Wunsch mit einer Haltung des Nichtwissens. Damit ist nicht gemeint, ohne fachliche Kenntnisse zu arbeiten. Gemeint ist die Bereitschaft, die eigene Erklärung nicht vorschnell zur Wahrheit über eine andere Person oder deren berufliche Situation zu machen.

Die gecoachte Person kennt ihren Alltag und die Bedeutung ihrer Erfahrungen aus einer Perspektive, die von außen nicht vollständig zugänglich ist. Professionelles Nichtwissen hält deshalb Fragen offen und ermöglicht, gemeinsam tragfähige Beschreibungen zu entwickeln.


Warum Nichtwissen kein Mangel an Fachlichkeit ist

Professionelles Nichtwissen bedeutet nicht, auf theoretisches Wissen oder methodische Erfahrung zu verzichten. Eine systemische Coachin bringt Kenntnisse über Kommunikation und Organisationen mit. Sie kann Muster erkennen und mögliche Zusammenhänge benennen.

Dieses Wissen erlaubt jedoch keine vollständige Erklärung eines konkreten Falls. Ähnliche Situationen können in unterschiedlichen Organisationen eine andere Bedeutung besitzen. Auch die Beteiligten können denselben Vorgang verschieden erleben.

Fachlichkeit zeigt sich deshalb nicht darin, besonders schnell eine Diagnose der Situation zu liefern. Sie zeigt sich in der Fähigkeit, Wissen als Angebot einzubringen und zugleich offen für Beobachtungen zu bleiben, die der eigenen Annahme widersprechen.


Eigene Deutungen vorläufig halten

Jede coachende Person entwickelt während eines Gesprächs Vermutungen. Eine zurückhaltende Führungskraft könnte Konflikte vermeiden wollen. Ebenso könnte sie bewusst Zeit gewinnen, weil wichtige Informationen fehlen.

Eine Haltung des Nichtwissens verhindert nicht, dass solche Hypothesen entstehen. Sie sorgt dafür, dass sie als vorläufige Annahmen behandelt und nicht unbemerkt zur festen Erklärung werden.

Die eigene Deutung bleibt überprüfbar. Neue Informationen können sie erweitern oder unbrauchbar machen. Dadurch wird vermieden, dass das Coaching vor allem nach Bestätigungen für eine früh entwickelte Sichtweise sucht.


Britta Germek beim Systemischen Coaching

Über das Systemische Coaching mit mir

Seit vielen Jahren begleite ich Menschen in beruflichen Veränderungsprozessen, in der Personalentwicklung und in Führungsfragen. Jede Zusammenarbeit bringt ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Möglichkeiten und ihre eigenen Herausforderungen mit.

Mich interessiert, wie Menschen ihre Rolle erleben, welche Beziehungen sie in ihrem beruflichen Umfeld gestalten und welche Ressourcen sie bereits mitbringen. Im Coaching entsteht Raum, um neue Perspektiven zu entwickeln und stimmige nächste Schritte zu finden.

Das Systemische Coaching bildet den fachlichen Schwerpunkt meiner Arbeit. Auf der folgenden Seite beschreibe ich, wie ich arbeite, welche Haltung mich dabei leitet und für welche Anliegen Coaching aus meiner Sicht besonders hilfreich sein kann.


Die Expertise der gecoachten Person anerkennen

Die gecoachte Person verfügt über Wissen, das im Coaching nicht ersetzt werden kann. Sie kennt ihren beruflichen Alltag und die beteiligten Personen. Außerdem erlebt sie unmittelbar, welche Erwartungen und Risiken mit ihrer Rolle verbunden sind.

Diese Expertise bedeutet nicht, dass sie bereits eine vollständige Lösung kennen muss. Gerade in belastenden Situationen können vertraute Beschreibungen den Blick auf andere Möglichkeiten begrenzen.

Systemisches Coaching verbindet deshalb zwei Formen von Wissen. Die gecoachte Person bringt ihre Erfahrung mit dem konkreten Kontext ein. Die Coachin unterstützt dabei, Unterschiede und Wechselwirkungen sichtbar zu machen.


Fragen statt vorschneller Antworten

Eine nichtwissende Haltung zeigt sich in der Art des Fragens. Fragen sollen nicht lediglich zu einer bereits vermuteten Antwort führen. Sie öffnen Raum für Beschreibungen, die bislang wenig beachtet wurden.

Statt einer Führungskraft zu erklären, dass sie zu viel Verantwortung übernimmt, kann gefragt werden, in welchen Situationen sie Aufgaben durchaus abgibt. Ebenso lässt sich untersuchen, was anschließend geschieht und woran sie erkennt, dass ein Eingreifen wieder notwendig wird.

Solche Fragen fördern genauere Beobachtungen. Sie ermöglichen der gecoachten Person, eigene Zusammenhänge zu entdecken, statt lediglich eine fremde Erklärung zu übernehmen.


Fachwissen transparent einbringen

Eine Haltung des Nichtwissens verlangt nicht, hilfreiches Fachwissen zurückzuhalten. Modelle und theoretische Konzepte können eine Situation verständlicher machen oder eine zusätzliche Perspektive eröffnen.

Entscheidend ist, wie dieses Wissen eingebracht wird. Eine fachliche Einordnung sollte als Angebot erkennbar bleiben. Die gecoachte Person kann prüfen, ob das Modell zu ihrer Erfahrung passt und für ihr Anliegen hilfreich ist.

Transparenz verhindert, dass eine Interpretation den Anschein objektiver Gewissheit erhält. Die Coachin kann offenlegen, worauf ihre Hypothese beruht und welche anderen Erklärungen ebenfalls möglich wären.


Grenzen einer Haltung des Nichtwissens

Nichtwissen darf nicht dazu führen, notwendige Orientierung zu vermeiden. Wenn fachliche Informationen oder eine klare Rückmeldung für den Auftrag wichtig sind, können sie ausdrücklich eingebracht werden.

Auch ethische und rechtliche Grenzen sind nicht beliebig. Diskriminierung oder Grenzverletzungen müssen nicht als gleichwertige Perspektive neben andere Beschreibungen gestellt werden.

Professionelles Nichtwissen verbindet Offenheit mit Verantwortung. Es verzichtet auf vorschnelle Gewissheit, nicht aber auf fachliche Sorgfalt oder eine klare Haltung zu den Folgen menschlichen Handelns.


Systemisches Denken in Coaching und Organisation

Diese Seite vertieft einen einzelnen Begriff oder eine bestimmte Denkbewegung des systemischen Ansatzes. Sie gehört zu einem größeren Wissensbereich, in dem systemisches Denken aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird.

Auf der Hauptseite des Wissensbereichs erfahren Sie, was diese Denkweise auszeichnet und wie sie den Blick auf berufliche Situationen verändert. Menschen werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern in den Zusammenhängen, in denen sie handeln.

Die Hauptseite verbindet die fachlichen Grundlagen mit ihrer Bedeutung für Coaching und Organisation. Von dort aus können Sie weitere Begriffe und Denkmodelle des systemischen Ansatzes vertiefen.


Bedeutung für das systemische Coaching

Im systemischen Coaching schützt die Haltung des Nichtwissens davor, berufliche Schwierigkeiten vorschnell zu erklären. Die coachende Person bringt ihre fachliche Erfahrung ein, behandelt eigene Deutungen aber als überprüfbare Hypothesen.

Eine Führungskraft kann beispielsweise überzeugt sein, ihr Team übernehme zu wenig Verantwortung. Im Coaching wird diese Beschreibung ernst genommen und zugleich untersucht, in welchen Situationen das Team anders handelt und welche organisatorischen Bedingungen dabei eine Rolle spielen.

Dadurch entsteht ein gemeinsamer Erkenntnisprozess. Die gecoachte Person bleibt Expertin für ihren beruflichen Kontext, während die Coachin Fragen und fachliche Perspektiven anbietet. Lösungen werden nicht vorgegeben, sondern im Hinblick auf den vereinbarten Auftrag entwickelt und geprüft.


Hinweis zur Entstehung: Dieser Fachtext wurde mit Unterstützung generativer KI redaktionell ausgearbeitet. Inhaltliche Konzeption und fachliche Verantwortung liegen bei den Betreibern dieser Website. Texte, die auf besonderes Interesse stoßen, werden redaktionell weiterentwickelt.

Wichtige Internetseiten

Wenn Sie Nichtwissen als professionelle Haltung vertiefen möchten, bieten diese Internetseiten fachliche Einordnungen zu fragendem Verstehen und systemischer Prozessbegleitung.

Die Beiträge erläutern professionelles Nichtwissen als fragende und respektvolle Haltung. Sie zeigen außerdem, wie systemische Prozessbegleitung Fachwissen nutzt, ohne vorschnell zu bestimmen, was für eine andere Person richtig ist.


Fragen & Antworten

Was bedeutet Nichtwissen im systemischen Coaching?
Nichtwissen bedeutet, eigene Erklärungen nicht vorschnell zur Wahrheit über eine andere Person oder ihre Situation zu machen. Annahmen bleiben vorläufig und werden gemeinsam überprüft.
Verzichtet eine systemische Coachin dabei auf Fachwissen?
Nein. Sie bringt fachliche Kenntnisse und Erfahrungen ein. Diese werden jedoch transparent als mögliche Perspektiven angeboten und nicht als einzig richtige Erklärung durchgesetzt.
Warum gilt die gecoachte Person als Expertin für ihre Situation?
Sie kennt ihren beruflichen Alltag und die Bedeutung ihrer Erfahrungen aus unmittelbarer Nähe. Die Coachin ergänzt dieses Kontextwissen durch Fragen und systemische Beobachtung.
Wo liegen die Grenzen professionellen Nichtwissens?
Nichtwissen darf nicht dazu führen, notwendige fachliche Hinweise oder klare Rückmeldungen zu vermeiden. Auch rechtliche und ethische Grenzen müssen eindeutig berücksichtigt werden.

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Björn Germek in der Vertikalen Praxis

Vertikale Praxis mit Björn Germek

Seit unserer Rückkehr ins Münsterland entwickeln Björn und ich systheco gemeinsam als nebenberufliches Projekt.

Oft, wenn ich an seiner Bürotür vorbeikomme, sitzt er an einem neuen Text oder einer Idee. Ich erlebe, mit welcher Beharrlichkeit er Fragen verfolgt, die ihn beschäftigen. Er gibt sich nie mit schnellen Antworten zufrieden, sondern entwickelt seine Gedanken über viele Jahre hinweg kontinuierlich weiter.

Seit anderthalb Jahrzehnten beobachte ich seine Beschäftigung mit der Vertikalen Praxis als eigenständigem Zugang zu Fragen menschlicher Entwicklung. Manchmal nutze ich einzelne Gedanken daraus auch in meinen Coaching-Formaten. Das Prinzip „Kraft gegen Kraft“ macht vertraute Muster oft unmittelbar körperlich erfahrbar und eröffnet dadurch neue Perspektiven.


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