Reframing

Britta Germek · Emsdetten

>25 Jahre Begleitung von Veränderung

Die Bedeutung einer beruflichen Situation hängt davon ab, in welchem Rahmen sie betrachtet wird. Häufige Rückfragen können als mangelnde Selbstständigkeit erscheinen oder als Reaktion auf unklare Erwartungen verstanden werden.

Reframing eröffnet einen zusätzlichen Bedeutungsrahmen. Es verändert nicht das beobachtete Verhalten, kann aber andere Zusammenhänge und Handlungsmöglichkeiten sichtbar machen.

Auf dieser Seite erkläre ich, was Reframing im systemischen Arbeiten bedeutet. Es geht um Kontext und mögliche Funktionen sowie um die Grenze zwischen hilfreicher Umdeutung und bloßer Beschönigung.


Ich bin Britta Germek.

Bevor Sie weiter­lesen, möchte ich Ihnen kurz etwas über mich erzählen.

Ich lebe in Emsdetten und begleite Menschen in beruflichen Veränderungs­prozessen, in Führungs­fragen und an Übergängen, an denen neue Orientierung wichtig wird. Wenn Sie ein Thema wiedererkennen, sich angesprochen fühlen oder ein Gespräch dazu führen möchten, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Sie können mich auch gerne anrufen:
+49 157 9402952


Inhaltsverzeichnis


Was Reframing im systemischen Arbeiten bedeutet

Situationen besitzen nicht unabhängig von ihrer Betrachtung eine einzige feststehende Bedeutung. Ob ein Verhalten als Widerstand oder als Versuch der Absicherung verstanden wird, hängt vom gewählten Deutungsrahmen ab.

Reframing bedeutet, eine Beobachtung in einen anderen Bedeutungszusammenhang zu stellen. Das Verhalten selbst wird dadurch nicht geleugnet. Verändert wird die Perspektive darauf, welche Funktion es haben könnte und welche weiteren Handlungsmöglichkeiten daraus entstehen.

Ein neuer Rahmen ist dann hilfreich, wenn er eine festgefahrene Beschreibung erweitert. Er soll nicht überzeugen oder beschönigen, sondern eine zusätzliche Sichtweise anbieten, die im jeweiligen Zusammenhang anschlussfähig ist.


Wie Bedeutungsrahmen Wahrnehmung prägen

Menschen nehmen berufliche Situationen nicht voraussetzungslos wahr. Erfahrungen und Erwartungen beeinflussen, welche Aspekte hervortreten und wie ein Verhalten eingeordnet wird.

Eine Führungskraft kann häufige Rückfragen als mangelnde Selbstständigkeit verstehen. Wird dasselbe Verhalten als Versuch betrachtet, widersprüchliche Erwartungen richtig einzuordnen, verändert sich der Blick auf die Situation.

Beide Beschreibungen lenken die Aufmerksamkeit auf unterschiedliche Zusammenhänge. Der erste Rahmen legt nahe, mehr Eigenverantwortung einzufordern. Der zweite führt eher zu der Frage, ob Zuständigkeiten und Entscheidungsspielräume ausreichend geklärt sind.


Verhalten in einem anderen Kontext betrachten

Beim Kontextreframing wird gefragt, in welcher Situation ein Verhalten sinnvoll oder hilfreich sein könnte. Eine Eigenschaft wird dabei nicht pauschal positiv umgedeutet. Ihre Wirkung wird abhängig vom jeweiligen Zusammenhang betrachtet.

Ausführliche Absicherung kann einen Entscheidungsprozess verlangsamen. In einem Bereich mit hohen rechtlichen oder finanziellen Risiken kann dieselbe Sorgfalt jedoch eine wichtige Schutzfunktion erfüllen.

Die Frage nach dem passenden Kontext erweitert eine einseitige Bewertung. Sie ermöglicht außerdem zu prüfen, ob ein grundsätzlich hilfreiches Verhalten in der aktuellen Situation zu häufig oder an einer unpassenden Stelle eingesetzt wird.


Britta Germek beim Systemischen Coaching

Über das Systemische Coaching mit mir

Seit vielen Jahren begleite ich Menschen in beruflichen Veränderungsprozessen, in der Personalentwicklung und in Führungsfragen. Jede Zusammenarbeit bringt ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Möglichkeiten und ihre eigenen Herausforderungen mit.

Mich interessiert, wie Menschen ihre Rolle erleben, welche Beziehungen sie in ihrem beruflichen Umfeld gestalten und welche Ressourcen sie bereits mitbringen. Im Coaching entsteht Raum, um neue Perspektiven zu entwickeln und stimmige nächste Schritte zu finden.

Das Systemische Coaching bildet den fachlichen Schwerpunkt meiner Arbeit. Auf der folgenden Seite beschreibe ich, wie ich arbeite, welche Haltung mich dabei leitet und für welche Anliegen Coaching aus meiner Sicht besonders hilfreich sein kann.


Einer Situation eine andere Bedeutung geben

Beim Bedeutungsreframing bleibt der äußere Zusammenhang zunächst gleich. Verändert wird die Interpretation dessen, was beobachtet wird. Ein Konflikt kann beispielsweise nicht nur als Störung, sondern auch als Hinweis auf ungeklärte Erwartungen verstanden werden.

Eine zurückhaltende Reaktion muss nicht ausschließlich mangelndes Interesse bedeuten. Sie könnte ebenso darauf hinweisen, dass eine Person die informellen Regeln des Teams noch nicht einschätzen kann.

Eine alternative Bedeutung erweitert die möglichen Reaktionen. Statt das Verhalten sofort zu korrigieren, kann zunächst genauer untersucht werden, worauf die Person reagiert und welche Bedingungen ihre Beteiligung erleichtern würden.


Die mögliche Funktion eines Verhaltens untersuchen

Reframing richtet den Blick häufig auf die Funktion, die ein Verhalten in einem sozialen Zusammenhang erfüllt. Wiederkehrende Kontrolle kann beispielsweise dazu beitragen, Unsicherheit zu reduzieren oder Verantwortung nach außen sichtbar abzusichern.

Damit wird das Verhalten nicht automatisch gerechtfertigt. Auch eine nachvollziehbare Funktion kann problematische Folgen haben. Die funktionale Betrachtung hilft jedoch zu verstehen, weshalb das Muster trotz wiederholter Kritik bestehen bleibt.

Wird die Funktion erkannt, können andere Wege gesucht werden, sie zu erfüllen. Eine Führungskraft könnte Verlässlichkeit etwa durch klarere Entscheidungskriterien fördern, statt jeden einzelnen Arbeitsschritt eng zu kontrollieren.


Warum Reframing keine Beschönigung ist

Ein Reframing soll belastende Erfahrungen nicht verharmlosen. Unklare Führung oder wiederholte Grenzverletzungen werden nicht dadurch unproblematisch, dass ihnen eine wohlwollende Absicht zugeschrieben wird.

Ebenso wenig muss jede negative Bewertung in etwas Positives verwandelt werden. Ein hilfreicher neuer Rahmen bleibt mit den Erfahrungen der beteiligten Person vereinbar und nimmt die Folgen einer Situation ernst.

Reframing unterscheidet sich deshalb von vorschnellem positiven Denken. Es erweitert die Beschreibung, ohne Widersprüche oder berechtigte Kritik auszublenden.


Wann ein neuer Rahmen hilfreich wird

Nicht jede alternative Deutung ist für jede Person hilfreich. Ein neuer Rahmen kann nur wirken, wenn er nachvollziehbar ist und an die bisherige Beschreibung anschließt.

Wird ein Reframing zu früh angeboten, kann es wie eine Korrektur des Erlebens wirken. Die Person fühlt sich dann möglicherweise nicht verstanden oder erlebt die neue Deutung als Versuch, ein Problem kleinzureden.

Hilfreich wird Reframing, wenn es als prüfbares Angebot formuliert wird. Die betroffene Person entscheidet selbst, ob die zusätzliche Perspektive etwas sichtbar macht und neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet.


Systemisches Denken in Coaching und Organisation

Diese Seite vertieft einen einzelnen Begriff oder eine bestimmte Denkbewegung des systemischen Ansatzes. Sie gehört zu einem größeren Wissensbereich, in dem systemisches Denken aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird.

Auf der Hauptseite des Wissensbereichs erfahren Sie, was diese Denkweise auszeichnet und wie sie den Blick auf berufliche Situationen verändert. Menschen werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern in den Zusammenhängen, in denen sie handeln.

Die Hauptseite verbindet die fachlichen Grundlagen mit ihrer Bedeutung für Coaching und Organisation. Von dort aus können Sie weitere Begriffe und Denkmodelle des systemischen Ansatzes vertiefen.


Bedeutung für das systemische Coaching

Im systemischen Coaching kann Reframing helfen, festgefahrene Beschreibungen zu erweitern. Ein Verhalten wird dabei nicht geleugnet oder vorschnell positiv bewertet. Es wird geprüft, welche andere Bedeutung im jeweiligen beruflichen Zusammenhang möglich sein könnte.

Eine Führungskraft kann häufige Rückfragen beispielsweise als mangelnde Selbstständigkeit erleben. Ein anderer Rahmen könnte sichtbar machen, dass Mitarbeitende auf unklare Zuständigkeiten reagieren oder mögliche Fehler vermeiden möchten.

Der neue Bedeutungsrahmen bleibt ein Angebot. Er ist nur dann hilfreich, wenn er für die gecoachte Person nachvollziehbar ist und neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet. Belastende Folgen oder berechtigte Kritik dürfen dabei nicht ausgeblendet werden.


Hinweis zur Entstehung: Dieser Fachtext wurde mit Unterstützung generativer KI redaktionell ausgearbeitet. Inhaltliche Konzeption und fachliche Verantwortung liegen bei den Betreibern dieser Website. Texte, die auf besonderes Interesse stoßen, werden redaktionell weiterentwickelt.

Wichtige Internetseiten

Wenn Sie Reframing vertiefen möchten, bieten diese Internetseiten fachliche Einordnungen zu Umdeutung, Kontext und systemischem Coaching.

Die Beiträge erläutern Reframing als Veränderung eines Bedeutungsrahmens. Sie vertiefen außerdem, wie Kontext und unterschiedliche Perspektiven die Wahrnehmung einer Situation beeinflussen.


Fragen & Antworten

Was bedeutet Reframing?
Reframing bedeutet, eine Beobachtung in einen anderen Bedeutungsrahmen zu stellen. Das Verhalten selbst bleibt bestehen, wird aber aus einer zusätzlichen Perspektive betrachtet.
Was ist der Unterschied zwischen Kontext- und Bedeutungsreframing?
Beim Kontextreframing wird gefragt, in welcher anderen Situation ein Verhalten hilfreich sein könnte. Beim Bedeutungsreframing erhält dasselbe Verhalten innerhalb des bestehenden Zusammenhangs eine zusätzliche Interpretation.
Ist Reframing positives Denken?
Nein. Reframing soll Schwierigkeiten nicht beschönigen. Es erweitert eine bisherige Beschreibung, ohne belastende Folgen oder berechtigte Kritik auszublenden.
Wann ist ein Reframing hilfreich?
Ein neuer Rahmen ist hilfreich, wenn er zur Erfahrung der Person passt und weitere Beobachtungen oder Handlungsmöglichkeiten eröffnet. Er sollte als prüfbares Angebot und nicht als richtige Deutung formuliert werden.

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Björn Germek in der Vertikalen Praxis

Vertikale Praxis mit Björn Germek

Seit unserer Rückkehr ins Münsterland entwickeln Björn und ich systheco gemeinsam als nebenberufliches Projekt.

Oft, wenn ich an seiner Bürotür vorbeikomme, sitzt er an einem neuen Text oder einer Idee. Ich erlebe, mit welcher Beharrlichkeit er Fragen verfolgt, die ihn beschäftigen. Er gibt sich nie mit schnellen Antworten zufrieden, sondern entwickelt seine Gedanken über viele Jahre hinweg kontinuierlich weiter.

Seit anderthalb Jahrzehnten beobachte ich seine Beschäftigung mit der Vertikalen Praxis als eigenständigem Zugang zu Fragen menschlicher Entwicklung. Manchmal nutze ich einzelne Gedanken daraus auch in meinen Coaching-Formaten. Das Prinzip „Kraft gegen Kraft“ macht vertraute Muster oft unmittelbar körperlich erfahrbar und eröffnet dadurch neue Perspektiven.


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