Ein Anliegen wie „Ich möchte souveräner führen“ gibt einem Coaching eine erste Richtung. Noch offen bleibt jedoch, in welchen Situationen sich etwas verändern soll und woran eine hilfreiche Entwicklung erkennbar wäre.
Systemische Auftragsklärung bezieht auch den beruflichen Kontext ein. Sie unterscheidet die Erwartungen der gecoachten Person von möglichen Aufträgen der Führung oder Personalentwicklung.
Auf dieser Seite erkläre ich, wie aus einem Anlass ein tragfähiger Coachingauftrag entsteht. Es geht um unterschiedliche Erwartungen und realistische Handlungsspielräume sowie um die fortlaufende Überprüfung des vereinbarten Auftrags.
Ich bin Britta Germek.
Bevor Sie weiterlesen, möchte ich Ihnen kurz etwas über mich erzählen.
Ich lebe in Emsdetten und begleite Menschen in beruflichen Veränderungsprozessen, in Führungsfragen und an Übergängen, an denen neue Orientierung wichtig wird. Wenn Sie ein Thema wiedererkennen, sich angesprochen fühlen oder ein Gespräch dazu führen möchten, freue ich mich über Ihre Nachricht.
Warum Auftragsklärung mehr ist als eine Zielabfrage
Ein Coaching beginnt häufig mit einem Anliegen wie: „Ich möchte souveräner führen“ oder „Die Zusammenarbeit im Team muss besser werden.“ Solche Aussagen geben eine erste Richtung vor, beschreiben aber noch keinen ausreichend geklärten Auftrag.
Systemische Auftragsklärung untersucht, wer welche Veränderung erwartet und woran ein hilfreicher Prozess erkennbar wäre. Ebenso wird geprüft, welche Bedingungen im beruflichen Umfeld berücksichtigt werden müssen.
Dadurch entsteht eine gemeinsame Arbeitsgrundlage. Sie macht deutlich, was im Coaching bearbeitet werden kann und welche Fragen eine Entscheidung innerhalb der Organisation erfordern.
Anlass und Auftrag unterscheiden
Der Anlass beschreibt, weshalb ein Coaching zu einem bestimmten Zeitpunkt beginnt. Das kann ein Konflikt oder eine neue Führungsrolle sein. Auch eine anstehende Entscheidung kann den Prozess auslösen.
Der Auftrag richtet den Blick darauf, was im Coaching konkret untersucht oder verändert werden soll. Ein Konflikt im Team kann beispielsweise der Anlass sein. Der Auftrag könnte darin bestehen, die eigene Rolle zu klären und ein Gespräch vorzubereiten.
Diese Unterscheidung verhindert, dass ein umfassendes Problem ungeprüft zum Auftrag des Coachings wird. Nicht alles, was zur Situation gehört, kann oder muss von einer einzelnen Person bearbeitet werden.
Wer den Auftrag erteilt
In einem selbst beauftragten Coaching formuliert die ratsuchende Person ihr Anliegen unmittelbar. In Organisationen können jedoch weitere Beteiligte hinzukommen. Eine Führungskraft oder die Personalentwicklung kann Erwartungen an den Prozess richten.
Dadurch entstehen unterschiedliche Auftragsebenen. Die Organisation erwartet möglicherweise eine verbesserte Zusammenarbeit, während die gecoachte Person zunächst klären möchte, ob sie ihre aktuelle Rolle weiter ausüben will.
Systemische Auftragsklärung macht diese Perspektiven transparent. Sie verhindert, dass fremde Erwartungen stillschweigend übernommen werden oder die Interessen der gecoachten Person unklar bleiben.
Über das Systemische Coaching mit mir
Seit vielen Jahren begleite ich Menschen in beruflichen Veränderungsprozessen, in der Personalentwicklung und in Führungsfragen. Jede Zusammenarbeit bringt ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Möglichkeiten und ihre eigenen Herausforderungen mit.
Mich interessiert, wie Menschen ihre Rolle erleben, welche Beziehungen sie in ihrem beruflichen Umfeld gestalten und welche Ressourcen sie bereits mitbringen. Im Coaching entsteht Raum, um neue Perspektiven zu entwickeln und stimmige nächste Schritte zu finden.
Das Systemische Coaching bildet den fachlichen Schwerpunkt meiner Arbeit. Auf der folgenden Seite beschreibe ich, wie ich arbeite, welche Haltung mich dabei leitet und für welche Anliegen Coaching aus meiner Sicht besonders hilfreich sein kann.
An einem Coaching können Erwartungen beteiligt sein, die nicht vollständig übereinstimmen. Eine Führungskraft möchte beispielsweise, dass ein Mitarbeiter selbstständiger handelt. Der Mitarbeiter erlebt dagegen unklare Zuständigkeiten und häufige Eingriffe.
Eine Auftragsklärung sucht nicht sofort nach der richtigen Beschreibung. Sie hält zunächst fest, wie die Beteiligten die Situation jeweils verstehen und welche Veränderung sie erwarten.
Dadurch werden Unterschiede bearbeitbar. Zugleich lässt sich prüfen, welche Erwartungen miteinander vereinbar sind und an welchen Stellen eine organisatorische Klärung notwendig wird.
Veränderungswünsche konkretisieren
Allgemeine Wünsche wie mehr Souveränität oder bessere Kommunikation bieten zunächst wenig Orientierung für die konkrete Arbeit. Hilfreicher ist die Frage, woran eine Veränderung im Alltag erkennbar wäre.
Eine Führungskraft könnte sich beispielsweise wünschen, in kritischen Besprechungen früher Position zu beziehen. Ein Teammitglied möchte vielleicht Rückfragen stellen können, ohne sofort als unsicher wahrgenommen zu werden.
Solche Beschreibungen machen den Auftrag beobachtbarer. Sie legen kein starres Ergebnis fest, schaffen aber Anhaltspunkte dafür, ob sich im Verlauf neue Handlungsmöglichkeiten entwickeln.
Auftrag und Handlungsspielraum prüfen
Ein Auftrag ist nur dann tragfähig, wenn er zum tatsächlichen Einflussbereich der gecoachten Person passt. Sie kann ihr eigenes Verhalten verändern und Gespräche anders gestalten. Entscheidungen anderer Personen lassen sich jedoch nicht verbindlich festlegen.
Auch organisatorische Rahmenbedingungen begrenzen den Handlungsspielraum. Eine Führungskraft kann Verantwortung nicht wirksam delegieren, wenn formale Freigaben weiterhin bei ihr verbleiben.
Die Auftragsklärung untersucht deshalb, welche Veränderung selbst angestoßen werden kann und wo weitere Beteiligte einbezogen werden müssen. Dadurch werden unrealistische Verantwortungszuschreibungen vermieden.
Auftragsklärung als fortlaufender Prozess
Ein zu Beginn formulierter Auftrag muss nicht während des gesamten Coachings unverändert bleiben. Neue Beobachtungen können zeigen, dass das ursprüngliche Anliegen nur einen Teil der Situation erfasst hat.
Eine Person möchte anfangs beispielsweise lernen, sich besser durchzusetzen. Im Verlauf wird deutlich, dass widersprüchliche Zuständigkeiten einen wesentlichen Anteil an der Belastung haben.
Systemische Auftragsklärung wird deshalb regelmäßig überprüft. Der Prozess bleibt auf das aktuelle Anliegen bezogen, ohne an einer einmal formulierten Zielbeschreibung festhalten zu müssen.
Systemisches Denken in Coaching und Organisation
Diese Seite vertieft einen einzelnen Begriff oder eine bestimmte Denkbewegung des systemischen Ansatzes. Sie gehört zu einem größeren Wissensbereich, in dem systemisches Denken aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird.
Auf der Hauptseite des Wissensbereichs erfahren Sie, was diese Denkweise auszeichnet und wie sie den Blick auf berufliche Situationen verändert. Menschen werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern in den Zusammenhängen, in denen sie handeln.
Die Hauptseite verbindet die fachlichen Grundlagen mit ihrer Bedeutung für Coaching und Organisation. Von dort aus können Sie weitere Begriffe und Denkmodelle des systemischen Ansatzes vertiefen.
Im systemischen Coaching schafft Auftragsklärung eine verbindliche Grundlage für die gemeinsame Arbeit. Sie macht sichtbar, welches Anliegen bearbeitet werden soll und welche Erwartungen möglicherweise von weiteren Beteiligten an den Prozess gerichtet werden.
Besonders in organisational beauftragten Coachings können unterschiedliche Interessen zusammentreffen. Die gecoachte Person benötigt einen geschützten Raum für die eigene Klärung, während die Organisation eine beruflich relevante Entwicklung erwartet. Diese Ebenen müssen transparent voneinander unterschieden werden.
Der Auftrag bleibt während des Prozesses überprüfbar. Wenn neue Zusammenhänge sichtbar werden, kann er gemeinsam angepasst werden. Dadurch bleibt das Coaching am tatsächlichen Anliegen orientiert, ohne die vereinbarte Verantwortung oder den organisatorischen Kontext aus dem Blick zu verlieren.
Hinweis zur Entstehung: Dieser Fachtext wurde mit Unterstützung generativer KI redaktionell ausgearbeitet. Inhaltliche Konzeption und fachliche Verantwortung liegen bei den Betreibern dieser Website. Texte, die auf besonderes Interesse stoßen, werden redaktionell weiterentwickelt.
Wichtige Internetseiten
Wenn Sie systemische Auftragsklärung vertiefen möchten, bieten diese Internetseiten fachliche Einordnungen zu Auftrag, Zielklärung und Coaching im organisationalen Kontext.
Die Beiträge erläutern den Auftrag als gemeinsam entwickelte Arbeitsgrundlage. Sie vertiefen außerdem die Bedeutung von Kontextklärung und Zielvereinbarung im systemischen Coaching.
Fragen & Antworten
Was ist systemische Auftragsklärung?
Systemische Auftragsklärung untersucht, welches Anliegen bearbeitet werden soll und wer welche Veränderung erwartet. Dabei werden auch der berufliche Kontext und der tatsächliche Handlungsspielraum berücksichtigt.
Was ist der Unterschied zwischen Anlass und Auftrag?
Der Anlass beschreibt, weshalb ein Coaching begonnen wird. Der Auftrag legt genauer fest, welche Frage im Coaching untersucht oder welche berufliche Situation bearbeitet werden soll.
Wer bestimmt den Auftrag eines Coachings?
Die gecoachte Person muss dem Arbeitsauftrag zustimmen und eigene Ziele formulieren können. Bei einem organisational beauftragten Coaching können weitere Erwartungen hinzukommen, die transparent geklärt werden müssen.
Kann sich der Auftrag während des Coachings verändern?
Ja. Neue Beobachtungen können zeigen, dass das ursprüngliche Anliegen angepasst oder genauer gefasst werden sollte. Eine solche Veränderung wird gemeinsam besprochen und vereinbart.
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Vertikale Praxis mit Björn Germek
Seit unserer Rückkehr ins Münsterland entwickeln Björn und ich systheco gemeinsam als nebenberufliches Projekt.
Oft, wenn ich an seiner Bürotür vorbeikomme, sitzt er an einem neuen Text oder einer Idee. Ich erlebe, mit welcher Beharrlichkeit er Fragen verfolgt, die ihn beschäftigen. Er gibt sich nie mit schnellen Antworten zufrieden, sondern entwickelt seine Gedanken über viele Jahre hinweg kontinuierlich weiter.
Seit anderthalb Jahrzehnten beobachte ich seine Beschäftigung mit der Vertikalen Praxis als eigenständigem Zugang zu Fragen menschlicher Entwicklung. Manchmal nutze ich einzelne Gedanken daraus auch in meinen Coaching-Formaten. Das Prinzip „Kraft gegen Kraft“ macht vertraute Muster oft unmittelbar körperlich erfahrbar und eröffnet dadurch neue Perspektiven.
Eine klare Auftragsklärung setzt voraus, unterschiedliche Anliegen, Erwartungen und Zuständigkeiten voneinander unterscheiden zu können. Die Seite „Innere Orientierung“ beschreibt aus persönlicher Perspektive, wie ein eigener Bezugspunkt unter mehreren Anforderungen deutlicher werden kann.