Viele Menschen beginnen ihre Suche mit einer einfachen Frage: Welche Therapieform passt eigentlich zu mir? Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Psychoanalyse oder systemische Therapie – die Begriffe sind bekannt, sagen im Alltag aber oft wenig darüber aus, was sie unterscheidet.
Ich habe diese Übersicht geschrieben, weil ich immer wieder erlebe, dass die verschiedenen Therapieformen leicht miteinander verwechselt werden. Sie verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte und arbeiten mit unterschiedlichen Zugängen.
Aus meiner Erfahrung entscheidet sich der Erfolg einer Psychotherapie nicht allein an der Methode. Ebenso wichtig sind die therapeutische Beziehung und eine Arbeitsweise, die zum jeweiligen Menschen passt.
Moin, ich bin der Björn.
Bevor du weiterliest, möchte ich dir kurz etwas darüber erzählen, was ich mache und warum es diesen Text gibt.
Ich lebe in Emsdetten und habe Hunderte von Stunden investiert, um die Inhalte dieser Website zu erstellen. Mir ist wichtig, dass du weißt, bei wem du gelandet bist. Die Texte sind Teil meiner freiberuflichen Arbeit. Ich veröffentliche sie, weil mich die Themen beschäftigen und weil ich gerne Wissen teile. Genauso wichtig ist mir der Kontakt zu den Menschen, die hier lesen. Deshalb verstehe ich diese Seite als ein Beziehungsangebot. Wenn dich etwas berührt, interessiert oder beschäftigt, freue ich mich über eine Nachricht von dir.
Psychotherapie ist kein einheitliches Verfahren. Unterschiedliche Therapieformen beruhen auf verschiedenen Grundannahmen darüber, wie psychische Belastungen entstehen und wie Veränderung möglich wird.
Zu den in Deutschland anerkannten Richtlinienverfahren gehören Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Psychoanalyse und systemische Therapie.
Die Unterschiede zu kennen, kann die Wahl einer Psychotherapie erleichtern. Gleichzeitig sagt die Therapieform allein noch wenig darüber aus, wie eine Zusammenarbeit mit einem bestimmten Therapeuten erlebt wird.
Verhaltenstherapie
Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass belastende Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster erlernt wurden und deshalb auch verändert werden können. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Schwierigkeiten und die Frage, welche neuen Erfahrungen im Alltag möglich werden.
Arbeitsweise
Strukturiert, gegenwartsbezogen und zielorientiert. Typisch sind Übungen, Selbstbeobachtung, Verhaltensaufgaben und das schrittweise Erproben neuer Möglichkeiten.
Typische Einsatzfelder
Ängste, depressive Episoden, Zwänge, Stress- und Belastungsreaktionen sowie Schwierigkeiten im Alltag.
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie richtet den Blick auf innere Konflikte, Beziehungserfahrungen und unbewusste Muster, die sich im heutigen Leben immer wieder zeigen.
Arbeitsweise
Gesprächsorientiert und biografisch eingebettet. Aktuelle Themen werden mit früheren Erfahrungen in Beziehung gesetzt, um Zusammenhänge besser zu verstehen.
Typische Einsatzfelder
Wiederkehrende Beziehungskonflikte, emotionale Verunsicherung, depressive Entwicklungen oder innere Blockaden ohne klaren äußeren Auslöser.
Vertikale Praxis - Körperpsychotherapie
Im Kopf dieser Seite habe ich mich bereits als „Entwickler der Vertikalen Praxis“ vorgestellt. Vielleicht fragst du dich, was damit gemeint ist.
Der Begriff Vertikale Praxis beschreibt meinen Ansatz der körperpsychotherapeutischen Arbeit mit meinen Klientinnen und Klienten. Er hat sich über etwa zwei Jahrzehnte aus meiner intensiven Auseinandersetzung mit Kampfkünsten, der Transaktionsanalyse nach Eric Berne und der konkreten Arbeit mit Menschen entwickelt. Es berührt mich, wenn Menschen mir ihr Vertrauen schenken und in der direkten körperlichen Begegnung nach und nach durchlässiger werden. Wenn dich interessiert, was da genau passiert, lade ich dich herzlich ein, auf der Seite zur Vertikalen Praxis weiterzulesen.
Die Psychoanalyse ist die älteste Form moderner Psychotherapie. Sie beschäftigt sich mit unbewussten Konflikten, Beziehungsmustern und Erfahrungen, die das heutige Erleben prägen.
Arbeitsweise
Intensiver und meist langfristiger Prozess mit häufigen Sitzungen. Freie Assoziation, Traumdeutung und die Betrachtung von Übertragungsprozessen gehören zu den klassischen Arbeitsweisen.
Besonderheiten
Hoher zeitlicher Aufwand, große inhaltliche Tiefe und ein starker Fokus auf unbewusste seelische Prozesse.
Systemische Therapie
Die systemische Therapie betrachtet psychische Belastungen im Zusammenhang mit Beziehungen, Rollen und sozialen Kontexten. Symptome werden nicht isoliert verstanden, sondern als Teil eines größeren Zusammenhangs.
Arbeitsweise
Ressourcen- und lösungsorientiert. Fragen, Perspektivwechsel und systemische Interventionen helfen dabei, eingefahrene Muster neu zu betrachten.
Typische Einsatzfelder
Individuelle Krisen, Paarkonflikte, familiäre Dynamiken sowie Belastungen im beruflichen Umfeld.
Therapieformen im Vergleich
Die Grenzen zwischen den einzelnen Therapieformen sind im Alltag oft weniger scharf, als ihre Beschreibungen vermuten lassen. Viele Therapeutinnen und Therapeuten bringen ihre eigene Persönlichkeit, Erfahrung und zusätzliche Ausbildungen in ihre Arbeit ein.
Deshalb unterscheiden sich Therapien nicht nur durch ihre Methode, sondern auch durch die Art, wie ein Therapeut arbeitet und Beziehung gestaltet.
Die Therapieform bildet den fachlichen Rahmen. Wie eine Zusammenarbeit erlebt wird, entscheidet sich immer auch im persönlichen Kontakt.
Ergänzende therapeutische Zugänge
Neben den anerkannten Richtlinienverfahren gibt es weitere therapeutische Ansätze, die den Blick auf psychisches Erleben erweitern.
Körperorientierte Ansätze
Körperpsychotherapeutische Verfahren beziehen Körperwahrnehmung, Spannungszustände und emotionale Reaktionen in die therapeutische Arbeit ein.
Mehr dazu auf der Seite
Körperpsychotherapie.
Phänomenologische Orientierung
Phänomenologisch orientierte Ansätze richten den Blick auf das unmittelbare Erleben im Hier und Jetzt.
Vertiefend:
Phänomenologisch orientierte Psychotherapie.
Vertikale Praxis
In meiner eigenen Arbeit spielt die Vertikale Praxis eine wichtige Rolle. Sie verbindet Gespräch, Körperwahrnehmung und Beziehung mit der Frage, wie Menschen unter Druck ihren inneren Stand verlieren oder wiederfinden.
Diese Ansätze ergänzen den Blick auf psychisches Erleben. Sie ersetzen keine anerkannten Richtlinienverfahren.
Therapieform und therapeutische Beziehung
Die Wahl einer Therapieform ist wichtig. Genauso wichtig ist die Frage, mit welchem Menschen du zusammenarbeitest.
Methoden geben einer Psychotherapie ihren fachlichen Rahmen. Wie hilfreich sie erlebt wird, hängt zusätzlich von Vertrauen, Arbeitsweise und der gemeinsamen Zusammenarbeit ab.
Weiterführende Links
Die folgenden Links bieten weiterführende Informationen zu Psychotherapie und den anerkannten Therapieverfahren.
Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
Informationen für Patientinnen und Patienten zu Psychotherapie und den anerkannten Verfahren. https://www.bptk.de/patienten/
Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)
Informationen zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung und den Richtlinienverfahren. https://www.g-ba.de/
116117
Terminservice der Kassenärztlichen Vereinigungen und ärztlicher Bereitschaftsdienst. https://www.116117.de/de/
Fragen & Einordnung
Welche Therapieform ist die beste?
Eine allgemein beste Therapieform gibt es nicht. Welche Arbeitsweise hilfreich ist, hängt vom Anliegen, von der therapeutischen Beziehung und von der Person ab, mit der du arbeitest.
Können verschiedene Ansätze kombiniert werden?
Ja. Viele Therapeutinnen und Therapeuten bringen zusätzliche Ausbildungen und Erfahrungen in ihre Arbeit ein. Die anerkannte Therapieform bildet dabei den fachlichen Rahmen.
Werden alle Verfahren von den Krankenkassen übernommen?
Im gesetzlichen Kassensystem sind Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Psychoanalyse und systemische Therapie als Richtlinienverfahren anerkannt. Andere Ansätze werden in der Regel nicht über die gesetzliche Krankenversicherung finanziert.
Kann ich die Therapieform später wechseln?
Das ist grundsätzlich möglich. Ob ein Wechsel sinnvoll ist, sollte gemeinsam mit der behandelnden Therapeutin oder dem behandelnden Therapeuten besprochen werden.
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Systemisches Coaching mit Britta Germek
Britta und ich sind verheiratet und Eltern eines tollen Jungen. Seit unserer Rückkehr ins Münsterland entwickeln wir systheco als gemeinsames, nebenberufliches Projekt. Während ich in meinem Büro sitze und neue Texte schreibe, höre ich sie nebenan telefonieren. Nicht laut, aber ausreichend, um die Direktheit ihrer Stimme wahrzunehmen.
Als wir noch in Köln lebten, arbeitete Britta bei den Ford-Werken. Dort begleitete sie Führungskräfte unterschiedlicher Bereiche in Veränderungsprozessen. Britta mag die Zusammenarbeit mit hemdsärmeligen Leuten. Sie bleibt beharrlich, bis die Dinge auf den Punkt kommen. Gleichzeitig hat sie Geduld, wenn Menschen Zeit brauchen, Beobachtungen anzunehmen.
Manche Fragen zeigen sich nicht nur im privaten Leben, sondern auch im beruflichen Alltag. Meine Frau Britta schreibt darüber aus der Perspektive von Coaching, Führung und Organisationsentwicklung.