Trauma verstehen

Björn Germek

Emsdetten · Entwickler der Vertikalen Praxis

Ein Trauma endet nicht immer in dem Moment, in dem das belastende Ereignis vorbei ist. Manchmal reagiert der Körper noch lange so, als bestünde weiterhin Gefahr. Auf dieser Seite teile ich Gedanken dazu, wie traumatische Erfahrungen nachwirken können und warum Sicherheit, Orientierung und behutsamer Kontakt für den weiteren Weg so wichtig sind.


Moin, ich bin der Björn.

Bevor du weiterliest, möchte ich dir kurz etwas darüber erzählen, was ich mache und warum es diesen Text gibt.

Ich lebe in Emsdetten und habe Hunderte von Stunden investiert, um die Inhalte dieser Website zu erstellen. Mir ist wichtig, dass du weißt, bei wem du gelandet bist. Die Texte sind Teil meiner freiberuflichen Arbeit. Ich veröffentliche sie, weil mich die Themen beschäftigen und weil ich gerne Wissen teile. Genauso wichtig ist mir der Kontakt zu den Menschen, die hier lesen. Deshalb verstehe ich diese Seite als ein Beziehungsangebot. Wenn dich etwas berührt, interessiert oder beschäftigt, freue ich mich über eine Nachricht von dir.


Inhaltsverzeichnis


Kurz erklärt

Trauma bedeutet nicht nur, dass etwas Belastendes passiert ist. Entscheidend ist, dass Körper und Nervensystem noch lange so reagieren können, als wäre die Gefahr nicht vorbei. Das kann sich in starker Anspannung, aufdrängenden Erinnerungen, Schlafproblemen, Rückzug oder emotionaler Taubheit zeigen.

Ein hilfreicher Weg beginnt meist nicht mit dem Erzählen der belastenden Erfahrung, sondern mit dem Aufbau von Sicherheit, Orientierung und Stabilität. Erst wenn ausreichend Halt entstanden ist, kann sich die Vergangenheit nach und nach in die eigene Lebensgeschichte einordnen.

Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung rufe bitte den 112. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist unter 116117 erreichbar. Eine Übersicht weiterer Anlaufstellen findest du unter Notfallnummern & Soforthilfe.


Trauma verstehen

Ein Trauma entsteht nicht allein durch das, was passiert ist, sondern durch die Art, wie unser Nervensystem darauf reagieren musste. Wenn eine Situation als überwältigend erlebt wird und Flucht oder Schutz nicht möglich sind, bleibt der Körper manchmal lange in einer Form von Alarmbereitschaft.

Deshalb können traumatische Erfahrungen noch Jahre später spürbar sein. Bestimmte Situationen, Geräusche, Gerüche oder Begegnungen lösen Reaktionen aus, obwohl objektiv keine Gefahr mehr besteht. Der Körper schützt weiter, obwohl die belastende Situation längst vorbei ist.

Für mich ist wichtig: Diese Reaktionen sagen nichts über Schwäche oder mangelnde Willenskraft aus. Sie zeigen vielmehr, wie ernst die Belastung gewesen ist und wie klug der Organismus versucht hat, das Überleben zu sichern. Ein hilfreicher Weg beginnt deshalb nicht mit Druck, sondern mit Sicherheit, Orientierung und einem Tempo, das wieder Vertrauen entstehen lässt.


Wie Trauma nachwirken kann

Traumafolgen sehen bei jedem Menschen etwas anders aus. Manche leben in einer dauernden inneren Alarmbereitschaft, andere fühlen sich wie abgeschnitten von ihren Gefühlen oder vom eigenen Körper. Oft wechseln sich beide Zustände sogar ab.

Der Körper bleibt wachsam

Schreckhaftigkeit, starke Anspannung, Herzklopfen, flache Atmung oder das Gefühl, ständig aufmerksam sein zu müssen, können Ausdruck eines Nervensystems sein, das noch immer Gefahr erwartet.

Erinnerungen drängen sich auf

Bilder, Geräusche, Gerüche oder Körperempfindungen können plötzlich auftauchen und das Gefühl auslösen, als würde die Vergangenheit für einen Moment wieder gegenwärtig. Solche Trigger gehören zu den häufigsten Folgen traumatischer Erfahrungen.

Rückzug und innere Taubheit

Manche Menschen spüren dagegen kaum noch etwas. Gefühle wirken gedämpft, der Kontakt zum eigenen Körper geht verloren oder die Welt erscheint unwirklich. Auch das ist keine Schwäche, sondern eine Form von Schutz.

Beziehungen verändern sich

Vertrauen braucht häufig mehr Zeit. Nähe kann gleichzeitig gewünscht und beängstigend sein. Ein sicherer Rahmen ermöglicht es, Schritt für Schritt neue Erfahrungen mit Kontakt, Grenzen und Verlässlichkeit zu machen.


Björn Germek in der Vertikalen Praxis

Vertikale Praxis - Körperpsychotherapie

Im Kopf dieser Seite habe ich mich bereits als „Entwickler der Vertikalen Praxis“ vorgestellt. Vielleicht fragst du dich, was damit gemeint ist.

Der Begriff Vertikale Praxis beschreibt meinen Ansatz der körperpsychotherapeutischen Arbeit mit meinen Klientinnen und Klienten. Er hat sich über etwa zwei Jahrzehnte aus meiner intensiven Auseinandersetzung mit Kampfkünsten, der Transaktionsanalyse nach Eric Berne und der konkreten Arbeit mit Menschen entwickelt. Es berührt mich, wenn Menschen mir ihr Vertrauen schenken und in der direkten körperlichen Begegnung nach und nach durchlässiger werden. Wenn dich interessiert, was da genau passiert, lade ich dich herzlich ein, auf der Seite zur Vertikalen Praxis weiterzulesen.


Mögliche Wege

Traumatische Erfahrungen brauchen Zeit. Ein hilfreicher Weg beginnt meist nicht mit dem Wiedererleben der belastenden Situation, sondern mit dem Aufbau von Sicherheit und Vertrauen. Erst wenn das Nervensystem wieder etwas mehr Halt findet, kann sich auch die Vergangenheit Schritt für Schritt neu einordnen.

Je nach Situation können unterschiedliche therapeutische Verfahren sinnvoll sein. Manche arbeiten stärker über Gespräche, andere beziehen den Körper oder spezielle traumatherapeutische Methoden mit ein. Entscheidend ist weniger die Methode als ein Rahmen, der sich sicher, verlässlich und gut dosiert anfühlt.

Manchmal gehört auch eine ärztliche Begleitung dazu – etwa wenn Schlaf, starke Anspannung oder andere körperliche Belastungen den Alltag zusätzlich erschweren. Welche Unterstützung passend ist, hängt immer von der individuellen Situation ab.


Was im Alltag helfen kann

Nach traumatischen Erfahrungen ist das Nervensystem oft besonders empfindlich. Deshalb helfen meist keine großen Veränderungen, sondern kleine Schritte, die wieder mehr Sicherheit und Orientierung vermitteln.

Feste Tagesstrukturen, verlässliche Kontakte, ausreichend Pausen und ein achtsamer Umgang mit den eigenen Grenzen können dazu beitragen, dass der innere Alarm langsam nachlässt. Wichtig ist dabei nicht Perfektion, sondern ein Tempo, das sich wirklich tragen lässt.

Wenn Erinnerungen oder starke Anspannung auftauchen, kann es helfen, die Aufmerksamkeit bewusst wieder auf die Gegenwart zu richten: auf den eigenen Atem, den Boden unter den Füßen oder Dinge, die gerade sichtbar und hörbar sind. So entsteht nach und nach wieder mehr Kontakt mit dem Hier und Jetzt.


Orientierung in Emsdetten

Wenn du dir Unterstützung wünschst, findest du in Emsdetten und der umliegenden Region verschiedene therapeutische und ärztliche Angebote. Manchmal lohnt sich auch der Blick nach Rheine, Greven oder Münster.

Entscheidend ist oft weniger, sofort das passende Verfahren zu finden, sondern den nächsten stimmigen Schritt zu gehen. Dabei kann es hilfreich sein, sich zunächst einen Überblick über die eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten zu verschaffen.

Weitere Texte auf dieser Website greifen Themen wie Angst, Depression, Krisen oder Vertikale Praxis auf und können dir zusätzliche Orientierung geben.


Fragen & Antworten

Beginnt Traumatherapie sofort mit belastenden Erinnerungen?
In der Regel nicht. Meist steht zunächst der Aufbau von Sicherheit und Stabilität im Vordergrund. Erst wenn ausreichend Halt entstanden ist, können belastende Erfahrungen behutsam in den Blick genommen werden.
Kann sich ein Trauma auch erst Jahre später bemerkbar machen?
Ja. Manche Menschen funktionieren lange Zeit scheinbar gut, bis eine neue Belastung oder ein bestimmter Auslöser alte Schutzreaktionen wieder aktiviert.
Kann ein Trauma vollständig verschwinden?
Vergangene Erfahrungen lassen sich nicht ungeschehen machen. Viele Menschen erleben jedoch, dass die Erinnerungen mit der Zeit ihren überwältigenden Charakter verlieren und wieder mehr Sicherheit, Freiheit und Lebensqualität möglich werden.

Wichtige Internetseiten

Wenn du dich weiter über Trauma und mögliche Unterstützungsangebote informieren möchtest, können diese Internetseiten hilfreich sein.

Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT)
https://www.degpt.de/

Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
https://www.bptk.de/

Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117
https://www.116117.de/

AWMF-Leitlinien
https://register.awmf.org/

Wenn du dich in einer akuten psychischen Krise befindest oder Sorge hast, dir selbst etwas anzutun, rufe bitte sofort den 112. Eine Übersicht weiterer Anlaufstellen findest du unter Notfallnummern & Soforthilfe.


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Porträt von Britta Germek

Systemisches Coaching mit Britta Germek

Britta und ich sind verheiratet und Eltern eines tollen Jungen. Seit unserer Rückkehr ins Münsterland entwickeln wir systheco als gemeinsames, nebenberufliches Projekt. Während ich in meinem Büro sitze und neue Texte schreibe, höre ich sie nebenan telefonieren. Nicht laut, aber ausreichend, um die Direktheit ihrer Stimme wahrzunehmen.

Als wir noch in Köln lebten, arbeitete Britta bei den Ford-Werken. Dort begleitete sie Führungskräfte unterschiedlicher Bereiche in Veränderungsprozessen. Britta mag die Zusammenarbeit mit hemdsärmeligen Leuten. Sie bleibt beharrlich, bis die Dinge auf den Punkt kommen. Gleichzeitig hat sie Geduld, wenn Menschen Zeit brauchen, Beobachtungen anzunehmen.


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