Unsicherheit aushalten

Björn Germek

Emsdetten · Entwickler der Vertikalen Praxis

Unsicherheit gehört zum Leben. Niemand kann die Zukunft vollständig kennen oder jede Entscheidung mit letzter Gewissheit treffen. Belastend wird Unsicherheit dann, wenn der Wunsch nach Kontrolle immer größer wird und das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung verloren geht.

Viele Menschen versuchen, Unsicherheit durch Grübeln, Absichern oder das Sammeln immer neuer Informationen zu verringern. Häufig entsteht dadurch jedoch das Gegenteil: Die innere Anspannung wächst und Entscheidungen werden immer schwieriger. Auf dieser Seite beschreibe ich, warum Unsicherheit so belastend sein kann und wie ein hilfreicherer Umgang mit ihr möglich wird.


Moin, ich bin der Björn.

Bevor du weiterliest, möchte ich dir kurz etwas darüber erzählen, was ich mache und warum es diesen Text gibt.

Ich lebe in Emsdetten und habe Hunderte von Stunden investiert, um die Inhalte dieser Website zu erstellen. Mir ist wichtig, dass du weißt, bei wem du gelandet bist. Die Texte sind Teil meiner freiberuflichen Arbeit. Ich veröffentliche sie, weil mich die Themen beschäftigen und weil ich gerne Wissen teile. Genauso wichtig ist mir der Kontakt zu den Menschen, die hier lesen. Deshalb verstehe ich diese Seite als ein Beziehungsangebot. Wenn dich etwas berührt, interessiert oder beschäftigt, freue ich mich über eine Nachricht von dir.


Inhaltsverzeichnis


Kurz erklärt

Unsicherheit gehört zum Leben. Sie entsteht überall dort, wo Entwicklungen offen sind, Entscheidungen noch ausstehen oder sich die Zukunft nicht zuverlässig vorhersagen lässt. Vollständige Sicherheit gibt es nicht.

Manche Menschen können Unsicherheit gut aushalten, andere erleben sie als kaum erträglich. Dann entstehen häufig Grübeln, ständiges Kontrollieren oder das Bedürfnis, möglichst jede Entscheidung abzusichern. Das kostet viel Kraft und vergrößert die innere Anspannung oft noch.

Therapeutische Begleitung
Ziel ist nicht, Unsicherheit zu beseitigen. Es geht darum, einen anderen Umgang mit ihr zu entwickeln, dem eigenen Erleben wieder mehr zu vertrauen und auch ohne vollständige Gewissheit handlungsfähig zu bleiben.

Wenn dir vor allem Entscheidungen schwerfallen, kann auch die Seite Entscheidungen treffen eine hilfreiche Ergänzung sein.


Was du damit praktisch anfangen kannst

Unsicherheit verschwindet meist nicht dadurch, dass man jede Möglichkeit durchdenkt oder immer mehr Informationen sammelt. Hilfreicher ist es, zu verstehen, weshalb Unsicherheit so belastend erlebt wird und wie Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit wachsen kann.

Wobei therapeutische Begleitung helfen kann
Grübelschleifen erkennen, den Wunsch nach ständiger Kontrolle besser verstehen, Vertrauen in die eigene Wahrnehmung entwickeln und auch in offenen Situationen handlungsfähig bleiben.

Woran du eine passende Begleitung erkennst
Unsicherheit wird nicht vorschnell beruhigt oder mit einfachen Antworten überdeckt. Gemeinsam entsteht ein Raum, in dem offene Fragen ausgehalten und neue Erfahrungen von Orientierung möglich werden.


Was Unsicherheit bedeutet

Unsicherheit gehört zu jedem Leben. Sie entsteht immer dann, wenn Entwicklungen offen sind und sich nicht vollständig kontrollieren lassen. Deshalb begleitet sie Veränderungen, Beziehungen, Entscheidungen und viele Übergänge im Leben.

Das Bedürfnis nach Sicherheit ist verständlich. Gleichzeitig lässt sich das Leben nie vollständig planen. Wer versucht, jede Unsicherheit auszuschließen, erlebt häufig genau das Gegenteil: Die Aufmerksamkeit richtet sich immer stärker auf mögliche Risiken und Zweifel.

Unsicherheit ist kein Zeichen persönlicher Schwäche. Sie erinnert daran, dass Zukunft offen ist und nicht vollständig kontrolliert werden kann.


Warum Kontrolle oft nicht beruhigt

Viele Menschen reagieren auf Unsicherheit mit Grübeln, wiederholtem Nachfragen oder dem Versuch, jede Entscheidung sorgfältig abzusichern. Kurzfristig kann das beruhigend wirken. Langfristig wächst jedoch häufig der Eindruck, noch mehr kontrollieren zu müssen.

So entsteht ein Kreislauf: Je größer der Wunsch nach Gewissheit wird, desto schwerer fällt es, offene Situationen auszuhalten. Die Suche nach Sicherheit wird selbst zu einer Quelle neuer Unsicherheit.

Mögliche Anzeichen
Grübeln über alle Möglichkeiten, ständiges Absichern von Entscheidungen, Schwierigkeiten loszulassen, wiederholtes Einholen von Bestätigung oder das Gefühl, erst handeln zu können, wenn völlige Klarheit besteht.


Björn Germek in der Vertikalen Praxis

Vertikale Praxis - Körperpsychotherapie

Im Kopf dieser Seite habe ich mich bereits als „Entwickler der Vertikalen Praxis“ vorgestellt. Vielleicht fragst du dich, was damit gemeint ist.

Der Begriff Vertikale Praxis beschreibt meinen Ansatz der körperpsychotherapeutischen Arbeit mit meinen Klientinnen und Klienten. Er hat sich über etwa zwei Jahrzehnte aus meiner intensiven Auseinandersetzung mit Kampfkünsten, der Transaktionsanalyse nach Eric Berne und der konkreten Arbeit mit Menschen entwickelt. Es berührt mich, wenn Menschen mir ihr Vertrauen schenken und in der direkten körperlichen Begegnung nach und nach durchlässiger werden. Wenn dich interessiert, was da genau passiert, lade ich dich herzlich ein, auf der Seite zur Vertikalen Praxis weiterzulesen.


Wie Unsicherheit im Körper spürbar wird

Unsicherheit zeigt sich nicht nur in Gedanken. Viele Menschen erleben innere Anspannung, einen beschleunigten Herzschlag oder das Gefühl, ständig aufmerksam bleiben zu müssen. Der Körper bereitet sich auf eine Situation vor, deren Ausgang noch unklar ist.

Hält dieser Zustand über längere Zeit an, fällt Entspannung oft schwer. Das Nervensystem bleibt in erhöhter Alarmbereitschaft und selbst kleine Entscheidungen können sich belastend anfühlen.

Wer die körperlichen Signale von Unsicherheit früh wahrnimmt, kann ihnen häufig mit mehr Gelassenheit begegnen. Das schafft die Voraussetzung dafür, auch in offenen Situationen handlungsfähig zu bleiben.


Wie therapeutische Begleitung helfen kann

Therapeutische Begleitung unterstützt dabei, den eigenen Umgang mit Unsicherheit besser zu verstehen. Im Mittelpunkt steht nicht die Suche nach endgültigen Antworten, sondern die Entwicklung einer inneren Orientierung, die auch dann trägt, wenn vieles offen bleibt.

Verstehen
Gemeinsam wird nachvollziehbar, warum Unsicherheit so belastend erlebt wird und welche Erfahrungen den Wunsch nach Kontrolle oder Gewissheit geprägt haben.

Selbstkontakt
Mit einem besseren Zugang zu den eigenen Gefühlen, Bedürfnissen und körperlichen Reaktionen wächst häufig auch das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung.

Neue Erfahrungen
Schritt für Schritt entsteht die Erfahrung, dass Entscheidungen und Entwicklung auch ohne vollständige Sicherheit möglich sind. Dadurch erweitert sich häufig der eigene Handlungsspielraum.


Ein hilfreicher Umgang mit Unsicherheit

Unsicherheit lässt sich nicht vermeiden. Sie kann jedoch ihren bedrohlichen Charakter verlieren, wenn der Wunsch nach vollständiger Kontrolle allmählich kleiner wird und Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit wächst.

Was häufig unterstützt
Entscheidungen bewusst treffen, Grübelzeiten begrenzen, körperliche Anspannung wahrnehmen, kleine Risiken eingehen und sich immer wieder daran erinnern, dass nicht jede offene Frage sofort beantwortet werden muss.

Innere Sicherheit entsteht selten durch absolute Gewissheit. Häufig wächst sie durch die Erfahrung, auch mit Unsicherheit leben und handeln zu können.


Fragen fürs Erstgespräch

Ein erstes Gespräch kann helfen herauszufinden, ob die therapeutische Arbeitsweise zu deinem Erleben passt und wie Unsicherheit in diesem Ansatz verstanden wird.

Hilfreiche Fragen
Wie wird Unsicherheit therapeutisch eingeordnet? Welche Rolle spielen Kontrolle und Vertrauen? Wie kann mehr innere Orientierung entstehen? Woran lässt sich erkennen, dass der Umgang mit Unsicherheit leichter wird?


Wichtige Internetseiten

Wenn du dich weiter über Unsicherheit, psychische Gesundheit und psychotherapeutische Behandlung informieren möchtest, bieten diese Internetseiten eine gute Orientierung.

• AWMF-Leitlinien
https://www.awmf.org/leitlinien.html

• Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
https://www.bptk.de/

• Patienten-Information.de
https://www.patienten-information.de/

• Stiftung Gesundheitswissen
https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/

Diese Internetseiten ergänzen die Inhalte dieser Seite und bieten fundierte Informationen zu psychischer Gesundheit, Entscheidungsprozessen und psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten.


Fragen & Antworten

Ist Unsicherheit etwas Negatives?
Nein. Unsicherheit gehört zum Leben und entsteht überall dort, wo Entwicklungen offen sind. Sie wird erst dann belastend, wenn sie den Alltag bestimmt und das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit immer weiter einschränkt.
Warum brauche ich ständig Gewissheit?
Viele Menschen versuchen, Unsicherheit durch Grübeln, Kontrollieren oder wiederholtes Absichern zu verringern. Kurzfristig kann das beruhigen. Langfristig wächst dadurch häufig das Gefühl, immer mehr Sicherheit zu benötigen.
Kann man lernen, Unsicherheit besser auszuhalten?
Ja. Das gelingt meist nicht durch mehr Kontrolle, sondern durch neue Erfahrungen. Mit der Zeit kann Vertrauen entstehen, auch ohne vollständige Gewissheit gute Entscheidungen zu treffen und handlungsfähig zu bleiben.
Kann therapeutische Begleitung dabei helfen?
Ja. Therapeutische Begleitung kann helfen, den eigenen Umgang mit Unsicherheit besser zu verstehen, den Wunsch nach Kontrolle einzuordnen und Schritt für Schritt mehr innere Orientierung zu entwickeln.

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Porträt von Britta Germek

Systemisches Coaching mit Britta Germek

Britta und ich sind verheiratet und Eltern eines tollen Jungen. Seit unserer Rückkehr ins Münsterland entwickeln wir systheco als gemeinsames, nebenberufliches Projekt. Während ich in meinem Büro sitze und neue Texte schreibe, höre ich sie nebenan telefonieren. Nicht laut, aber ausreichend, um die Direktheit ihrer Stimme wahrzunehmen.

Als wir noch in Köln lebten, arbeitete Britta bei den Ford-Werken. Dort begleitete sie Führungskräfte unterschiedlicher Bereiche in Veränderungsprozessen. Britta mag die Zusammenarbeit mit hemdsärmeligen Leuten. Sie bleibt beharrlich, bis die Dinge auf den Punkt kommen. Gleichzeitig hat sie Geduld, wenn Menschen Zeit brauchen, Beobachtungen anzunehmen.



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