Die vertikale Achse ist keine starre Linie, die im Körper gefunden und anschließend festgehalten werden müsste. Sie entsteht aus der fortlaufenden Beziehung zwischen Boden, Körper und Schwerkraft.
Sie zeigt sich darin, wie ein Mensch Gewicht trägt, sich aufrichtet und während einer Bewegung mit sich selbst verbunden bleibt. Ihre Stabilität beruht nicht auf Unbeweglichkeit, sondern auf der Fähigkeit zur Anpassung.
Im Chi Sao wird erfahrbar, ob diese eigene Orientierung auch unter äußerer Einwirkung verfügbar bleibt oder durch Festhalten, Ausweichen und das Abstützen auf dem Gegenüber verloren geht.
Moin, ich bin der Björn.
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Die vertikale Achse beschreibt innerhalb der Vertikalen Praxis die fortlaufend organisierte Beziehung zwischen Boden, Körper und Schwerkraft. Sie ist keine gedachte Linie im Körper, sondern eine funktionale Orientierung, aus der Aufrichtung, Gleichgewicht und Bewegung entstehen können.
Eine tragfähige vertikale Achse bleibt auch während einer Bewegung oder im Kontakt mit anderen Menschen verfügbar. Sie wird nicht festgehalten, sondern immer wieder neu hergestellt.
Wichtig:
Die vertikale Achse bedeutet weder Steifheit noch eine "perfekte Haltung". Sie beschreibt die Fähigkeit, trotz Veränderung mit dem eigenen Körper verbunden zu bleiben.
Was ist die vertikale Achse?
Der Begriff der vertikalen Achse wird häufig verwendet, um eine gedachte Linie durch den Körper zu beschreiben. Innerhalb der Vertikalen Praxis geht es jedoch nicht in erster Linie um eine geometrische Vorstellung, sondern um eine erfahrbare körperliche Organisation.
Die vertikale Achse entsteht aus der Beziehung des Körpers zur Schwerkraft. Sie zeigt sich darin, wie Gewicht getragen wird, wie sich Aufrichtung verändert und wie Bewegung möglich bleibt, ohne den inneren Zusammenhang des Körpers zu verlieren.
Diese Organisation ist kein fester Zustand. Jede Gewichtsverlagerung, jede Richtungsänderung und jeder Kontakt mit einem anderen Menschen verändert die Anforderungen an die vertikale Achse.
Sie muss deshalb nicht bewahrt, sondern fortlaufend neu organisiert werden. Ihre Stabilität besteht gerade darin, auf Veränderungen antworten zu können.
Mehr als eine Körperlinie
Wird die vertikale Achse nur als gedachte Linie verstanden, entsteht leicht der Eindruck, sie müsse möglichst gerade und unveränderlich gehalten werden. Dies kann zu unnötiger Spannung und einer starren Aufrichtung führen.
Tatsächlich verändert sich die Organisation des Körpers fortlaufend. Gelenke passen sich an, Gewicht wird verlagert und einzelne Körperbereiche übernehmen wechselnde Aufgaben.
Die vertikale Achse beschreibt deshalb keinen unbeweglichen Mittelpunkt. Sie bezeichnet den Zusammenhang, der trotz dieser Veränderungen erhalten bleibt.
Gerade weil sich der Körper bewegt, wird die Achse immer wieder neu hergestellt. Sie ist Ergebnis einer lebendigen Organisation und nicht deren Voraussetzung.
Schwerkraft und Aufrichtung
Ohne Schwerkraft gäbe es keine vertikale Achse. Erst durch das ständige Wirken der Schwerkraft muss der Körper Gewicht aufnehmen, verteilen und immer wieder neu organisieren.
Aufrichtung bedeutet dabei nicht, der Schwerkraft entgegenzuarbeiten. Vielmehr entwickelt sich eine tragfähige Organisation gerade dadurch, dass der Körper mit ihr zusammenarbeitet.
Diese Zusammenarbeit zeigt sich nicht nur im ruhigen Stand. Auch Gehen, Drehen oder das Aufnehmen einer äußeren Kraft verändern die Beziehung zwischen Gewicht und Aufrichtung.
Die vertikale Achse bleibt deshalb kein statisches Merkmal des Körpers. Sie wird in jeder Situation neu hervorgebracht.
Vertikale Praxis – Erfahrungssettings
Diese Seite vertieft ein einzelnes Phänomen der Vertikalen Praxis. Sie gehört zu einem größeren Wissensbereich, der körperliche, relationale und entwicklungsbezogene Erfahrungen aus unterschiedlichen Perspektiven beschreibt.
Zwei Hauptseiten führen von diesem Wissen in konkrete Erfahrungsräume: Chi Sao und Vertikale Selbsterforschung. Auf beiden Seiten wird das jeweilige Erfahrungssetting ausführlich vorgestellt.
Chi Sao stammt ursprünglich aus der südchinesischen Kampfkunst Wing Chun. Die Partnerübung schult die Wahrnehmung von Berührung, Druck, Richtung und Veränderung im unmittelbaren Kontakt. Ich habe sie aus ihrem kämpferischen Zusammenhang heraus weiterentwickelt und an die Grundhaltung der Vertikalen Praxis angepasst.
Vertikale Selbsterforschung ist ein Erfahrungssetting für phänomenologisch orientierte Selbsterforschung. Im Mittelpunkt steht die unmittelbare Wahrnehmung des eigenen Körpers und seiner fortlaufenden Beziehung zur gegenwärtigen Situation. Propriozeption, innere Empfindungen und Resonanz werden dabei zu Zugängen für die gemeinsame Erforschung des eigenen Erlebens.
Bewegung verändert die vertikale Organisation des Körpers fortlaufend. Bei jedem Schritt verschiebt sich der Schwerpunkt, Gelenke übernehmen neue Aufgaben und das Gewicht verteilt sich anders als im ruhigen Stand.
Eine tragfähige Achse bleibt dabei nicht unverändert bestehen. Sie begleitet die Bewegung, indem sie sich mit ihr verändert. Gerade dadurch kann der Körper beweglich bleiben, ohne seine Orientierung vollständig zu verlieren.
Wird die Achse dagegen als feste Form behandelt, entstehen häufig Ausweichbewegungen oder unnötige Spannung. Der Körper versucht dann, eine Position zu erhalten, obwohl sich die Situation bereits verändert hat.
Die vertikale Achse ist deshalb nicht der Gegenpol zur Bewegung. Sie ist deren fortlaufende Voraussetzung.
Die Achse im Kontakt
Im Kontakt mit einem anderen Menschen wird die vertikale Achse unmittelbar überprüft. Jede Berührung verändert die Gewichtsverteilung und fordert eine neue Organisation des Körpers.
Wer versucht, die eigene Aufrichtung gegen den Kontakt zu verteidigen, reagiert häufig mit Gegenspannung. Wer sich vollständig an der Bewegung des Gegenübers orientiert, kann die eigene Organisation verlieren.
Eine verfügbare vertikale Achse ermöglicht einen anderen Umgang. Sie bleibt Bezugspunkt, ohne den Körper unbeweglich zu machen.
Dadurch kann eine äußere Kraft aufgenommen werden, ohne dass die eigene Orientierung sofort verloren geht.
Wenn die Achse verloren geht
Der Verlust der vertikalen Achse zeigt sich selten darin, dass ein Mensch einfach umfällt. Häufiger wird die Organisation unklar: Gewicht verlagert sich unkontrolliert, einzelne Körperbereiche übernehmen übermäßig viel Arbeit oder Bewegungen verlieren ihre Verbindung zueinander.
Unter Druck reagieren viele Menschen mit Versteifung. Andere weichen aus oder stützen sich unbewusst auf das Gegenüber. Beide Strategien können kurzfristig Stabilität vermitteln, schränken jedoch die Anpassungsfähigkeit ein.
Die Vertikale Praxis versteht solche Situationen nicht als Fehler. Sie machen sichtbar, wie der Körper gegenwärtig versucht, seine Orientierung aufrechtzuerhalten.
Erst diese Beobachtbarkeit eröffnet die Möglichkeit, andere Organisationsformen zu entwickeln.
Die vertikale Achse im Chi Sao
Im Chi Sao verändert sich der Kontakt ständig. Druck entsteht, verschwindet oder wechselt seine Richtung. Dadurch wird unmittelbar erfahrbar, wie tragfähig die eigene vertikale Organisation tatsächlich ist.
Eine Achse, die nur als äußere Haltung aufrechterhalten wird, gerät unter wechselnden Bedingungen schnell an ihre Grenzen. Eine funktionale Achse kann sich dagegen mit dem Kontakt verändern, ohne ihren Zusammenhang zu verlieren.
Der Übungspartner wird dadurch nicht zum Gegner der eigenen Stabilität. Seine Bewegung macht sichtbar, wie der Körper Gewicht organisiert, Kräfte aufnimmt und seine Orientierung verändert.
Chi Sao bietet deshalb einen Erfahrungsraum, in dem die vertikale Achse nicht theoretisch erklärt, sondern unmittelbar erlebt werden kann.
Wie sich die vertikale Achse entwickeln kann
Die vertikale Achse entwickelt sich nicht durch das Einnehmen einer idealen Haltung. Sie entsteht aus wiederholten Erfahrungen, in denen der Körper lernt, Gewicht, Bewegung und Kontakt immer wieder neu zu organisieren.
Langsame Bewegungen, wechselnde Gewichtsverlagerungen und körperlicher Kontakt können diese Prozesse sichtbar machen. Sie zeigen, wann die eigene Organisation verfügbar bleibt und wann sie unterbrochen wird.
Ziel ist dabei nicht, jede Unsicherheit zu vermeiden. Vielmehr entwickelt sich die Fähigkeit, auch während einer Veränderung mit der eigenen vertikalen Organisation verbunden zu bleiben.
Innerhalb der Vertikalen Praxis bildet die vertikale Achse damit eine grundlegende Voraussetzung für Struktur, Gleichgewicht, Kontakt und jede weitere Entwicklung im Chi Sao.
Hinweis zur Entstehung: Dieser Fachtext wurde mit Unterstützung generativer KI redaktionell ausgearbeitet. Inhaltliche Konzeption und fachliche Verantwortung liegen bei den Betreibern dieser Website. Texte, die auf besonderes Interesse stoßen, werden redaktionell weiterentwickelt.
Wichtige Internetseiten
Die Orientierung des Körpers an Schwerkraft und Vertikalität wird in der Forschung vor allem im Zusammenhang mit posturaler Kontrolle, Gleichgewicht und multisensorischer Wahrnehmung untersucht. Dabei wirken vestibuläre, visuelle, propriozeptive und somatosensorische Informationen zusammen.
Die wissenschaftlichen Quellen beschreiben die Wahrnehmung von Vertikalität und die Regulation aufrechter Körperorganisation. Innerhalb der Vertikalen Praxis bezeichnet die vertikale Achse darüber hinaus die unmittelbar erfahrbare Beziehung zwischen Boden, Körper, Schwerkraft und gegenwärtigem Kontakt.
Fragen & Antworten
Was ist mit der vertikalen Achse gemeint?
Die vertikale Achse bezeichnet innerhalb der Vertikalen Praxis die funktionale Beziehung zwischen Boden, Körper und Schwerkraft. Sie ist keine feste anatomische Linie, sondern eine fortlaufend entstehende körperliche Organisation.
Ist die vertikale Achse dasselbe wie eine gerade Haltung?
Nein. Eine äußerlich gerade Haltung kann durch starke Muskelspannung festgehalten werden. Eine verfügbare vertikale Achse bleibt dagegen beweglich und kann sich an wechselnde Bedingungen anpassen.
Warum verändert sich die Achse bei jeder Bewegung?
Bewegung verlagert Gewicht und verändert die Stellung der Körperteile zueinander. Die vertikale Organisation muss deshalb fortlaufend angepasst und neu hergestellt werden.
Kann die vertikale Achse verloren gehen?
Sie kann vorübergehend weniger verfügbar werden. Das zeigt sich beispielsweise durch Versteifung, unkontrolliertes Ausweichen, lokale Überlastung oder das Abstützen auf dem Gegenüber.
Welche Bedeutung hat die vertikale Achse im Kontakt?
Sie bietet eine eigene körperliche Orientierung, während äußere Kräfte auf den Körper einwirken. Dadurch kann sich der Körper an den Kontakt anpassen, ohne vollständig von ihm organisiert zu werden.
Wie wird die vertikale Achse im Chi Sao erfahrbar?
Wechselnde Druckrichtungen und Entlastungen zeigen unmittelbar, ob die eigene Aufrichtung beweglich organisiert ist oder nur durch Gegenspannung und das Festhalten einer Position aufrechterhalten wird.
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Systemisches Coaching mit Britta Germek
Britta und ich sind verheiratet und Eltern eines tollen Jungen. Seit unserer Rückkehr ins Münsterland entwickeln wir systheco als gemeinsames, nebenberufliches Projekt. Während ich in meinem Büro sitze und neue Texte schreibe, höre ich sie nebenan telefonieren. Nicht laut, aber ausreichend, um die Direktheit ihrer Stimme wahrzunehmen.
Als wir noch in Köln lebten, arbeitete Britta bei den Ford-Werken. Dort begleitete sie Führungskräfte unterschiedlicher Bereiche in Veränderungsprozessen. Britta mag die Zusammenarbeit mit hemdsärmeligen Leuten. Sie bleibt beharrlich, bis die Dinge auf den Punkt kommen. Gleichzeitig hat sie Geduld, wenn Menschen Zeit brauchen, Beobachtungen anzunehmen.
Innere Stabilität entsteht nicht allein durch Festhalten. Sie kann sich auch aus einer tragfähigen Ausrichtung entwickeln, die zugleich Beweglichkeit ermöglicht.