Vertikale Selbsterforschung

Björn Germek · Emsdetten

Entwickler der Vertikalen Praxis

Manchmal arbeitet der Kopf ununterbrochen, ohne dass neue Klarheit entsteht. Ein Konflikt wird immer wieder durchgespielt, eine Entscheidung bleibt offen oder ein vertrautes Muster setzt sich fort, obwohl seine Folgen längst erkennbar sind.

Vertikale Selbsterforschung erweitert die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Körper und seine Beziehung zur Situation. Atem, Spannung, Bewegung, innere Empfindungen und Resonanz werden zu Zugängen für die gemeinsame Erforschung des eigenen Erlebens.

Dabei muss kein bestimmter Zustand erreicht werden. Ausgangspunkt ist das, was sich im Kontakt tatsächlich zeigt. Von dort aus können Unterschiede sichtbar und neue Möglichkeiten erfahrbar werden.


Moin, ich bin der Björn.

Bevor du weiterliest, möchte ich dir kurz etwas darüber erzählen, was ich mache und warum es diesen und weitere Texte gibt.

Die Texte sind Teil meiner freiberuflichen Arbeit. Ich veröffentliche sie, weil mich die Themen beschäftigen und weil ich gerne Wissen teile. Genauso wichtig ist mir der Kontakt zu den Menschen, die hier lesen. Deshalb verstehe ich diese Seite als ein Beziehungsangebot. Wenn dich etwas berührt, interessiert oder beschäftigt, freue ich mich über eine Nachricht von dir.


Inhaltsverzeichnis


Kurz erklärt

Vertikale Selbsterforschung beschreibt einen Erfahrungsraum, in dem der eigene Körper, innere Empfindungen und die gegenwärtige Situation gleichzeitig wahrnehmbar werden können.

Im Mittelpunkt steht zunächst das, was sich tatsächlich zeigt: Spannung, Bewegung, Atem, Druck, Weite, Enge, Impulse oder eine Veränderung des Kontakts. Erst danach entstehen mögliche Bedeutungen und Zusammenhänge.

Die Erfahrung bleibt offen
Es gibt keinen vorgegebenen Zustand, der erreicht werden soll. Vertikale Selbsterforschung richtet die Aufmerksamkeit auf die Frage, wie sich ein Mensch im gegenwärtigen Kontakt organisiert und welche neuen Möglichkeiten daraus entstehen können.


Wenn Aufmerksamkeit sich verkörpert

Aufmerksamkeit wird im Alltag häufig mit Denken verbunden. Ein Mensch versucht, etwas zu verstehen, erinnert sich oder sucht nach einer Erklärung. Dabei kann der eigene Körper weitgehend aus dem Erleben verschwinden.

Vertikale Selbsterforschung beginnt bei der gegenwärtigen körperlichen Erfahrung. Wie liegt das Gewicht auf dem Stuhl? Wo bewegt sich der Atem? Welche Bereiche des Körpers wirken deutlich und welche kaum erreichbar?

Gedanken bleiben vorhanden, verlieren jedoch ihre ausschließliche Führung. Der Körper wird zu einem gleichzeitigen Bezugspunkt.

Aufmerksamkeit verkörpert sich, wenn sie nicht nur über den Körper nachdenkt, sondern an seiner gegenwärtigen Organisation teilnimmt. Eine Spannung wird in ihrer Lage, Richtung und Veränderlichkeit erfahrbar.


Der innere Körper wird wahrnehmbar

Der eigene Körper wird häufig vor allem dort bemerkt, wo etwas schmerzt, erschöpft oder nicht mehr funktioniert. Viele seiner fortlaufenden Empfindungen bleiben im Hintergrund.

In der Vertikalen Selbsterforschung kann sich dieser Hintergrund allmählich differenzieren. Füße, Beine, Becken, Rücken, Brustraum, Hände und Gesicht werden als Bereiche einer zusammenhängenden inneren Landschaft erfahrbar.

Diese Landschaft besitzt unterschiedliche Qualitäten. Ein Bereich wirkt dicht, ein anderer weit. Manche Empfindungen verändern sich mit dem Atem, andere treten erst in einer bestimmten Beziehungssituation hervor.

Auch Lücken gehören zur Erfahrung. Manche Regionen sind sehr präsent, während andere kaum in Erscheinung treten.

Mit der Zeit kann ein umfassenderer Körperbezug entstehen. Der Mensch erlebt sich weniger als Kopf, der einen Körper steuert, und stärker als verkörperten Organismus in fortlaufendem Kontakt.


Innen und Außen gleichzeitig erfahren

Selbstwahrnehmung wird leicht als Rückzug nach innen verstanden. Die Vertikale Selbsterforschung sucht eine andere Qualität: Der eigene Körper bleibt wahrnehmbar, während zugleich die Umgebung und das Gegenüber im Kontakt bleiben.

Innen und Außen verändern sich fortlaufend gegenseitig. Die Stimme eines Menschen wirkt auf Atem und Muskeltonus. Eine eigene Bewegung verändert wiederum die gemeinsame Situation.

Anfangs springt Aufmerksamkeit häufig zwischen beiden Seiten hin und her. Sobald das Gegenüber wichtiger wird, verschwindet der eigene Körper. Sobald die Aufmerksamkeit nach innen sinkt, wird die Umgebung undeutlicher.

Mit zunehmender Erfahrung kann sich das Wahrnehmungsfeld erweitern. Der Körper bleibt als innere Orientierung erhalten, während der Kontakt nach außen lebendig bleibt.


Wahrnehmen, bevor erklärt wird

Menschen ordnen Erfahrungen schnell ein. Eine Spannung wird als Angst benannt, ein Rückzug als Unsicherheit oder ein körperlicher Impuls als Folge einer bekannten Geschichte.

Solche Deutungen können hilfreich sein. Sie können zugleich dazu führen, dass die gegenwärtige Erfahrung nur noch durch bereits vorhandene Begriffe wahrgenommen wird.

Vertikale Selbsterforschung hält den Moment vor der Erklärung etwas länger offen. Wo befindet sich die Spannung? Hat sie eine Richtung? Verändert sie sich, wenn gesprochen wird oder ein anderer Mensch näherkommt?

Eine bekannte Deutung kann sich dadurch bestätigen, erweitern oder ihre bisherige Selbstverständlichkeit verlieren. Wahrnehmung geht der Theorie voraus.


Phänomene gemeinsam benennen

Eine Erfahrung wird oft deutlicher, wenn sie Sprache erhält. Gleichzeitig kann Sprache das Erleben vorschnell festlegen.

Deshalb wird möglichst nah an dem beschrieben, was wahrnehmbar ist. Ein Satz könnte lauten: „Während du das sagst, wird dein Atem kleiner.“ Oder: „Gerade zieht sich deine rechte Hand etwas zurück.“

Solche Beobachtungen behaupten keine Ursache und schreiben der anderen Person keine feste Eigenschaft zu. Das Gegenüber kann prüfen, ob die Beschreibung zur eigenen Erfahrung passt.

Auch meine eigene Resonanz kann Teil dieser Untersuchung werden. Vielleicht bemerke ich, dass ich schneller spreche oder den Impuls bekomme, etwas zu erklären.

Bedeutung entsteht im Austausch zwischen Wahrnehmung, Sprache und Beziehung.


Björn Germek in der Vertikalen Praxis

Vertikale Praxis - Körperpsychotherapie

Im Kopf dieser Seite habe ich mich bereits als „Entwickler der Vertikalen Praxis“ vorgestellt. Vielleicht fragst du dich, was damit gemeint ist.

Der Begriff Vertikale Praxis beschreibt meinen Ansatz der körperpsychotherapeutischen Arbeit mit meinen Klientinnen und Klienten. Er hat sich über etwa zwei Jahrzehnte aus meiner intensiven Auseinandersetzung mit Kampfkünsten, der Transaktionsanalyse nach Eric Berne und der konkreten Arbeit mit Menschen entwickelt. Es berührt mich, wenn Menschen mir ihr Vertrauen schenken und in der direkten körperlichen Begegnung nach und nach durchlässiger werden. Wenn dich interessiert, was da genau passiert, lade ich dich herzlich ein, auf der Seite zur Vertikalen Praxis weiterzulesen.


Wenn der Kopf wieder weiter wird

Manche Menschen kommen in Kontakt, weil ihr Denken kaum noch zur Ruhe kommt. Eine Entscheidung steht an, ein Konflikt beschäftigt sie oder eine belastende Situation wird immer wieder durchgespielt.

Der Versuch, noch genauer nachzudenken, kann die innere Enge verstärken. Vertikale Selbsterforschung richtet die Aufmerksamkeit dann darauf, wie sich dieses Denken körperlich organisiert.

Vielleicht ist der Kiefer angespannt, der Blick eng oder der Atem kaum noch im unteren Rumpf spürbar. Vielleicht zieht der Körper nach vorn, als müsse eine Lösung mit zusätzlicher Anstrengung erreicht werden.

Sobald diese Organisation deutlicher wird, kann sich das Wahrnehmungsfeld verändern. Der Raum wird wieder bemerkt, das Gewicht sinkt stärker in die Unterlage und weitere Empfindungen treten hinzu.

Der Kopf wird dabei nicht ausgeschaltet. Er wird in einen größeren körperlichen und gegenwärtigen Zusammenhang zurückgeführt.


Schutz und Kontaktverlust

Menschen verlieren den Kontakt zu ihrem Körper und zur gegenwärtigen Situation aus nachvollziehbaren Gründen. Rückzug, Erstarrung, gedankliche Distanz oder starke Anpassung können Schutz geboten haben.

Diese Organisationsformen werden nicht als Fehler behandelt. Sie zeigen, wie ein Organismus bislang Sicherheit hergestellt hat.

Kontaktverlust kann sich unterschiedlich äußern. Ein Mensch berichtet ausführlich und spürt dabei kaum noch den eigenen Körper. Ein anderer nimmt starke Empfindungen wahr, verliert jedoch den Bezug zum Raum oder zum Gegenüber.

Entscheidend ist die Möglichkeit zur Rückkehr. Ein Fuß wird wieder gespürt, der Raum wahrgenommen oder die Stimme des Gegenübers erreicht den eigenen Körper erneut.

Entwicklung zeigt sich häufig in solchen kleinen Rückkehrbewegungen.


Entwicklung ohne vorgegebenes Ziel

Selbsterforschung wird leicht mit der Vorstellung verbunden, ein besserer oder freierer Mensch werden zu sollen. Dadurch entsteht ein Zielbild, an dem die gegenwärtige Erfahrung gemessen wird.

Die Vertikale Praxis versteht Entwicklung als zunehmende Möglichkeit, der gegenwärtigen Wirklichkeit unmittelbar zu begegnen.

Eine Spannung muss deshalb nicht sofort verändert werden. Auch Vermeidung, Unsicherheit und widersprüchliche Impulse gehören zur gegenwärtigen Wirklichkeit.

Der Satz „Es gibt nichts zu erreichen“ entlastet Entwicklung von der Vorstellung, als Leistung hergestellt werden zu müssen.

Neue Möglichkeiten entstehen häufig dort, wo ein Mensch die eigene gegenwärtige Organisation genauer erkennt.


Selbsterforschung und Beziehung

Vertikale Selbsterforschung findet nicht in einem abgeschlossenen Inneren statt. Auch wenn der eigene Körper im Mittelpunkt der Wahrnehmung steht, entsteht die Erfahrung in Beziehung.

Meine Anwesenheit verändert die Situation. Eine Frage, eine Pause oder eine Bewegung wirkt auf das Erleben des Gegenübers. Dessen Reaktion verändert wiederum meine Wahrnehmung.

Manche Empfindungen werden erst in Beziehung deutlich. Ein Druck im Brustraum entsteht vielleicht, sobald Blickkontakt länger gehalten wird. Eine innere Bewegung wird stärker, wenn das Gegenüber still bleibt.

Der Begleiter steht deshalb nicht außerhalb des Geschehens. Seine eigene Kontaktfähigkeit wird Teil des gemeinsamen Erfahrungsraums.


Vertikale Selbsterforschung mit mir

Vertikale Selbsterforschung beginnt häufig mit einer Situation, in der die bisherige Orientierung nicht mehr trägt. Der Kopf arbeitet ununterbrochen, eine Entscheidung bleibt offen oder ein vertrautes Muster wiederholt sich.

Andere Menschen interessieren sich aus fachlichen oder persönlichen Gründen für die Erfahrung selbst. Sie möchten genauer wahrnehmen, wie sich Kontakt, Körper und Beziehung im gegenwärtigen Moment organisieren.

Der erste Kontaktpunkt zwischen dir und mir ist meist eine E-Mail. Du sagst hallo und beschreibst kurz, was dich beschäftigt oder worauf du neugierig bist. Von dort aus schauen wir weiter.

Vielleicht ergibt sich zunächst ein Videocall oder ein Spaziergang. Vielleicht erscheint ein gemeinsamer Erfahrungsraum passend, in dem Wahrnehmung, Sprache, Bewegung und Beziehung miteinander verbunden werden.


Chi Sao als zweiter Erfahrungsweg

Chi Sao und Vertikale Selbsterforschung sind zwei unterschiedliche Zugänge zur selben Praxis. Beide richten die Aufmerksamkeit darauf, wie ein Mensch verkörpert auf die gegenwärtige Wirklichkeit antwortet.

Im Chi Sao wird diese Beziehung über Berührung, Druck und gemeinsame Bewegung erfahrbar. Die Vertikale Selbsterforschung kann stärker von innerer Wahrnehmung, Sprache und gemeinsamem Erkunden ausgehen.

Die Chi-Sao-Seite beschreibt diesen körperlichen Erfahrungsweg ausführlicher.


Rahmen und Verantwortung

Selbsterforschung braucht einen klaren und gemeinsam getragenen Rahmen. Zu Beginn wird geklärt, worum es gehen soll, welche Grenzen gelten und welche Formen der Begegnung passen.

Jede körperliche Übung oder Berührung setzt ausdrückliches Einverständnis voraus. Eine Teilnahme kann jederzeit unterbrochen oder verändert werden.

Auch die innere Intensität wird fortlaufend berücksichtigt. Pausen, Orientierung im Raum und die Rückkehr zu vertrauten Körperbereichen können den Kontakt stabilisieren.

Vertikale Selbsterforschung ersetzt keine erforderliche medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.


Vertikale Praxis weiter vertiefen

Die Vertikale Praxis beschreibt unterschiedliche körperliche, relationale und entwicklungsbezogene Phänomene. Die vertiefenden Seiten greifen einzelne Erfahrungen auf und zeigen, wie Kontakt, Wahrnehmung und Handlungsfähigkeit miteinander verbunden sein können.

Ein erster Themenbereich beschäftigt sich mit den Grundlagen der Vertikalen Praxis: mit Präsenz, Realitätsfähigkeit, Durchlässigkeit, Vorwärtsspannung und der Frage, wie Menschen mit der gegenwärtigen Wirklichkeit in Beziehung bleiben.

Weitere Beiträge richten den Blick auf Wahrnehmung, Kontakt und Bewegung. Sie vertiefen unter anderem Propriozeption, Druck, Resonanz, Klebenbleiben, Folgen, Vorstoßen und Nachgeben sowie den Umgang mit eigener und einwirkender Kraft.

Ein dritter Bereich beschreibt körperliche Struktur und Orientierung. Dazu gehören die vertikale Achse, Gleichgewicht, die horizontale Zentrallinie und die Frage, wie Bewegung aus einer tragfähigen Gesamtorganisation entstehen kann.

Die entwicklungsbezogenen Seiten beschäftigen sich mit Inhibition, verkörperten Lebensskripts, Skriptspannung, Sicherheit unter Druck und der Möglichkeit, automatische Reaktionen zunehmend in gegenwärtiges Handeln zu verwandeln.


Hinweis zur Entstehung: Dieser Fachtext wurde mit Unterstützung generativer KI redaktionell ausgearbeitet. Inhaltliche Konzeption und fachliche Verantwortung liegen bei den Betreibern dieser Website. Texte, die auf besonderes Interesse stoßen, werden redaktionell weiterentwickelt.

Wichtige Internetseiten

Die folgenden frei zugänglichen Seiten führen zu wissenschaftlichen und fachlichen Hintergründen aus Körperwahrnehmung, Propriozeption, verkörperter Beziehung und Transaktionsanalyse. Sie beschreiben Nachbarphänomene der Erfahrungen, die ich auf dieser Seite mit der Vertikalen Selbsterforschung verbinde.

  • Interoception and Mental Health: A Roadmap
    Der frei zugängliche Fachartikel beschreibt Interozeption als fortlaufende Wahrnehmung und Verarbeitung von Signalen aus dem Inneren des Körpers. Er erläutert außerdem, weshalb Körperwahrnehmung differenziert betrachtet werden muss.
    National Library of Medicine – Interoception and Mental Health
  • Proprioception in Action: A Matter of Ecological and Social Interaction
    Der Fachartikel betrachtet Propriozeption nicht ausschließlich als innere Positionswahrnehmung. Er untersucht, wie Körperwahrnehmung während fortlaufender Bewegung und Interaktion mit der Umgebung entsteht.
    Frontiers in Psychology – Proprioception in Action
  • Embodied Affectivity: On Moving and Being Moved
    Thomas Fuchs beschreibt Gefühle als zirkuläres Geschehen zwischen körperlicher Resonanz, Bewegungstendenzen und bedeutsamen Eigenschaften einer gegenwärtigen Situation.
    Frontiers in Psychology – Embodied Affectivity
  • International Transactional Analysis Association: About TA
    Die internationale Fachgesellschaft erläutert die Transaktionsanalyse als psychologischen Ansatz für die Untersuchung von Interaktionsmustern, Lebensskripts und Entwicklung in unterschiedlichen Anwendungsfeldern.
    ITAA – Grundlagen der Transaktionsanalyse

Vertikale Selbsterforschung ist die Bezeichnung für einen von mir entwickelten Erfahrungsansatz innerhalb der Vertikalen Praxis. Die dargestellten Quellen untersuchen einzelne fachliche Nachbarphänomene. Sie belegen weder den Ansatz als Ganzes noch eine therapeutische Wirksamkeit unter diesem Namen.


Fragen & Antworten

Was bedeutet Vertikale Selbsterforschung?
Vertikale Selbsterforschung bezeichnet einen Erfahrungsraum innerhalb der Vertikalen Praxis. Im Mittelpunkt steht die gegenwärtige Wahrnehmung des eigenen Körpers und seiner fortlaufenden Beziehung zur Umgebung und zu anderen Menschen.
Warum heißt sie „vertikal“?
Die Vertikale beschreibt die wiederholte Rückkehr in den gegenwärtigen Kontakt. Gedanken, Erinnerungen, Gefühle und Geschichten bilden weiterhin einen wichtigen Teil des Erlebens. Zugleich wird wahrnehmbar, wie sie sich im gegenwärtigen Körper und in der aktuellen Beziehung organisieren.
Geht es darum, besonders tief nach innen zu schauen?
Die Wahrnehmung richtet sich auf den eigenen Körper und zugleich auf die gegenwärtige Umgebung. Ziel ist kein Rückzug in ein abgeschlossenes Inneres. Interessant ist gerade die Berührungsfläche zwischen eigenem Erleben und äußerer Wirklichkeit.
Was kann während einer Selbsterforschung wahrgenommen werden?
Wahrnehmbar werden können beispielsweise Atem, Muskeltonus, Gewicht, Bewegung, Druck, Temperatur, innere Weite oder Enge. Auch gedankliche Impulse, Gefühle, Erinnerungen und Veränderungen im Kontakt können Teil der gemeinsamen Erforschung sein.
Was ist der Unterschied zu einer Entspannungsübung?
Entspannung kann entstehen, ist jedoch kein vorgegebenes Ziel. Auch Anspannung, Unruhe, Unsicherheit oder ein kaum spürbarer Körper gehören zur gegenwärtigen Erfahrung. Entscheidend ist zunächst, genauer wahrzunehmen, was tatsächlich geschieht.
Muss ich meinen Körper bereits gut wahrnehmen können?
Nein. Auch die Erfahrung, wenig zu spüren oder nur einzelne Körperbereiche wahrzunehmen, ist ein möglicher Ausgangspunkt. Körperwahrnehmung wird nicht als Leistung behandelt.
Warum werden Beobachtungen zunächst ohne Erklärung benannt?
Eine frühe Erklärung kann die Wahrnehmung auf bereits bekannte Bedeutungen begrenzen. Beschreibungen wie „Der Atem wird gerade kleiner“ oder „Die Hand zieht sich zurück“ halten zunächst offen, was eine Veränderung im jeweiligen Zusammenhang bedeuten könnte.
Welche Rolle spielt das Gegenüber?
Selbsterforschung findet in Beziehung statt. Stimme, Anwesenheit, Blick, Abstand und Fragen verändern das gegenwärtige Erleben. Auch meine eigene Resonanz kann vorsichtig in die gemeinsame Untersuchung einbezogen werden.
Gehört körperliche Berührung dazu?
Körperliche Berührung ist keine Voraussetzung. Vertikale Selbsterforschung kann über Wahrnehmung, Sprache, Bewegung und gemeinsame Beobachtung stattfinden. Jede Form von Berührung setzt eine ausdrückliche und jederzeit widerrufbare Zustimmung voraus.
Was unterscheidet Vertikale Selbsterforschung von Chi Sao?
Im Chi Sao entsteht Erfahrung besonders unmittelbar über Berührung, Druck und gemeinsame Bewegung. Vertikale Selbsterforschung kann stärker von innerer Körperwahrnehmung, Sprache und phänomenologischem Erkunden ausgehen. Beide sind unterschiedliche Erfahrungswege derselben Vertikalen Praxis.
Ist Vertikale Selbsterforschung Psychotherapie?
Die Bezeichnung steht nicht für ein anerkanntes eigenständiges Psychotherapieverfahren. Sie beschreibt einen von mir entwickelten Erfahrungsansatz, der je nach Auftrag in unterschiedliche Zusammenhänge meiner Arbeit einfließen kann.
Kann Vertikale Selbsterforschung eine Behandlung ersetzen?
Nein. Bei psychischen oder körperlichen Erkrankungen ersetzt sie keine erforderliche medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Diagnostik und Behandlung.
Wie kann ein erster Kontakt entstehen?
Der erste Kontaktpunkt ist meist eine E-Mail. Du kannst kurz beschreiben, was dich beschäftigt oder was dich an der Vertikalen Selbsterforschung interessiert. Von dort aus schauen wir weiter.

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Porträt von Britta Germek

Systemisches Coaching mit Britta Germek

Britta und ich sind verheiratet und Eltern eines tollen Jungen. Seit unserer Rückkehr ins Münsterland entwickeln wir systheco als gemeinsames, nebenberufliches Projekt. Während ich in meinem Büro sitze und neue Texte schreibe, höre ich sie nebenan telefonieren. Nicht laut, aber ausreichend, um die Direktheit ihrer Stimme wahrzunehmen.

Als wir noch in Köln lebten, arbeitete Britta bei den Ford-Werken. Dort begleitete sie Führungskräfte unterschiedlicher Bereiche in Veränderungsprozessen. Britta mag die Zusammenarbeit mit hemdsärmeligen Leuten. Sie bleibt beharrlich, bis die Dinge auf den Punkt kommen. Gleichzeitig hat sie Geduld, wenn Menschen Zeit brauchen, Beobachtungen anzunehmen.